Samstag, 19. Januar 2008 14:39
Ein Gläubiger mußte in der Kirche einer Bischofsstadt einen schweren Liturgiemißbrauch über sich ergehen lassen. Doch der verantwortliche Priester hat kein Einsehen und kontert mit einem Gegenangriff.


Ein lutherischen Prediger in der Ursulinenkirche
(kreuz.net, Linz) Am letzten Allerheiligenfest zelebrierte Pfarresignat Johann Maislinger in der Ursulinenkirche
in der Innenstadt von Linz eine
skandalöse Messe, in der ein protestantischer Pastor predigte.
Der protestantische
Laie behauptete in seinem Kanzelwort, daß die Heiligen eine „Erfindung aus dem Mittelalter“ seien.
Bei
dem Liturgieskandal war auch der in Brüssel lebende britische Konvertit Christopher Gillibrand anwesend.
Nach dem Vorfall beschwerte er sich über den Mißbrauch bei Bischof Ludwig Schwarz von Linz.
Der Bischof
antwortete nicht selber, sondern trug dem Zelebranten auf, dies zu tun.
Ende Dezember erhielt der Brite
einen Antwortbrief von Hw. Maislinger. Darin macht der betagte Priester aus seinem Herzen keine Mördergrube.


Konsistorialrat Johann Maislinger
Ohne pastorales Fingerspitzengefühl erklärt er, „im Gehorsam dem Bischof gegenüber, aber ansonsten
mit großem Widerwillen!“ zu antworten.
Auf den an ihn herangetragenen liturgischen Mißbrauch geht der
polemische Resignat mit keiner Silbe ein.
Er beschränkt sich darauf, einen Angriff gegen die Person
Gillibrands zu reiten.
Dessen Anwesenheit während der Allerheiligenmesse bezeichnet er als peinlichste
Störung in seinem ganzen Priesterleben:
„Wenn da ein Mann und eine Frau mit Notizblock und Fotoapparat
»bewaffnet« auf der Seitenbank Platz nehmen, nicht um den Gottesdienst mitzufeiern, sondern um zu dokumentieren,
was da »Unrechtes« geschieht, mit wem habe ich es da zu tun?“ – beklagt sich der Priester:
„So alt
sehen Sie doch gar nicht aus, daß Sie direkt von der Inquisition gekommen sind.“
Der Resignat stellt
auch die Frage, warum Gillibrand überhaupt zur Katholischen Kirche konvertiert sei. Katholische bedeute –
„wie Ihrem großen Wissen nicht entgangen sein kann“ – allumfassend.
Die Gläubigen der Ursulinenkirche
könnten – so der Geistliche – „gut damit leben“, daß „auch einmal ein kritischer Satz“ falle.
Er sei
froh, daß zwei „beherzte“ Gläubige Gillibrand die Kamera aus der Hand gerissen und so eine weitere „Störung“
verhindert hätten:
„Für ein Vergehen wie Ihres gibt es bei uns im österreichischen Gesetz auch den
Begriff der »Gottesdienststörung«“ – droht der Priester.
Gegen Ende des Briefes rechtfertigt er auch
das gemeinsame Gebet von Katholiken, Protestanten und Heiden.
Die letzten Päpste hätten dafür ein
„schönes Beispiel“ gegeben: „Da werden Sie doch als einfaches Kirchenmitglied und selbsternannter Glaubenshüter
nichts dagegen haben können!“
Den Kern der Sache – die verbotene und sakrilegische Laienpredigt – erwähnt
der Resignat mit keinem Wort.
Stattdessen beklagt er sich zum Schluß, daß Gillibrand den Liturgieskandal
während der Messe auch laut als solchen benannte: „Ihre empörende Entgleisung falle auf Sie zurück!“
Gillibrand will sich mit der Polemik des Resignaten nicht zufriedengeben und hat den Bischof von Linz
um eine Stellungnahme gebeten.
Sollte der Bischof nicht reagieren, will er sich an Rom wenden – kündigte
Gillibrand vor ‘kreuz.net’ an:
„Dürfen Protestanten bei der Heiligen Messe predigen und dabei ausdrücklich
Elemente des katholischen Glaubens leugnen?“