Donnerstag, 17. Januar 2008 15:28
Ein betrübter Papst
Nach der Kapitulation des Papstes vor einigen linken Fanatikern hat im Vatikan und in Italien das große Wundenlecken begonnen.
Titelblatt der kommunistischen Tageszeitung 'Il manifesto' am Mittwoch, dem 16. Jänner.
Titelblatt der kommunistischen Tageszeitung ‘Il manifesto’ am Mittwoch, dem 16. Jänner.
(kreuz.net, Vatikan) Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat dem Rektor der römischen Universität ‘La Sapienza’ einen Brief geschrieben.

Darin erklärte er die Absage des für heute Donnerstag an dieser Universität vorgesehenen Papstbesuches.

In dem Brief an Rektor Renato Guarini betont der Kardinal, daß der Papst „jeden Vorwand für Kundgebungen“ ausräumen wollte. Als Beilage sandte der Kardinalstaatssekretär dem Rektor den Text der Rede, welche der Heilige Vater an der Sapienza halten wollte.

Der Kommentar des Kardinals: „Nachdem auf Betreiben einer ausgesprochenen Minderheit von Professoren und Studenten die Voraussetzungen für einen würdigen und ruhigen Empfang leider geschmälert waren, schien es angebracht, den geplanten Besuch aufzuschieben“.

Im Vatikan rechne man jedoch mit dem „aufrichtig gehegten Wunsch der großen Mehrheit“ der Universitätsmitglieder, die Rede des Papstes zur Kenntnis zu nehmen – so Kardinal Bertone.

Antiklerikale Woche auf der 'La Sapienza'
Antiklerikale Woche auf der ‘La Sapienza’
Laut italienischen Tageszeitungen hat der Papst den Besuch an der Universität auf Anraten von Kardinal Bertone abgesagt.

Die Tageszeitung ‘La Repubblica’ berichtete in der Zwischenzeit, daß der Heilige Vater über die Entwicklung „gelassen, aber betrübt“ sei – „nicht um seinetwillen, sondern wegen all dieser jungen Leute“.

Unterdessen hat der Kardinalvikar der Diözese Rom, Camillo Ruini, für Sonntag zu einer „Demonstration der Freude“ für den Papst aufgerufen.

Mehrere italienische Politiker verurteilten den Uni-Eklat. Der italienische Oppositionsführer Silvio Berlusconi sprach von einer „Wunde, welche die Universität und ganz Italien beschämt“.

Berlusconi riet dem gegenwärtig regierenden linken Spektrum, sich „einer ernsten Gewissensprüfung zu unterziehen“.

Die Allianz mit intoleranten Splittergruppen und eine durch „ein paar linke Parteien angestachelte, ideologisch motivierte antiklerikale Kampagne“ habe jenes Klima erzeugt, in dem sich eine „schändliche Seite“ der italienischen Geschichte offenbart habe.

© Titelbild: Frank Stahlberg, CC
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