Sonntag, 20. Januar 2008 17:24
Ekelhaft: Moralin in der Epiklese
Wer den Alltag in die Liturgie holt, wälzt sich im eigenen Sumpf – erklärte der Bischof von Eichstätt: Auch Hochgebete nach dem „Strickliesel-Modell“ bringen ihn in Rage.
Bischof Gregor Hanke von Eichstätt
Bischof Gregor Hanke von Eichstätt
(kreuz.net, Eichstätt) Seit seiner Studentenzeit als junger Benediktiner mußte der Bischof von Eichstätt, Mons. Gregor Maria Hanke, liturgische Mißbräuche erleben, wenn er außerhalb seines Klosters an Gottesdiensten teilnahm. Das berichtet das ‘Vatican Magazin’ in seiner Januarausgabe.

Besonders erzürnten ihn „Hochgebete nach dem Strickliesel-Modell“ – das heißt: am Abend zuvor geschriebene Gebete, die theologisch wie sprachlich weit hinter den liturgischen Vorgaben zurückblieben.

„Wenn dann noch Moralin in die Epiklese hinein gemischt wird, finde ich das einfach disgusting“ – legt der ehemalige Englischlehrer nach.

Bischof Hanke ortet hinter solchen liturgischen Experimenten ein „falsches Bemühen, möglichst nah am Menschen zu sein und die Alltagssprache in die Liturgie hineinholen zu wollen“. Nichts sei irriger.

Januarausgabe des 'Vatican Magazin'
Januarausgabe des ‘Vatican Magazin’
Dadurch degradiere man die Liturgie zu einem Spiegel, „in dem ich immer nur mein eigens Elend betrachte“.

Außerdem könne sich der Himmel nicht mehr öffnen. Das „Herabsteigen Gottes“ werde erschwert oder verhindert.

Ein weiteres Problem des „leichtfertigen Herumhantierens“ mit der Liturgie sei, daß die lange Traditionskette, in die sich der Priester durch das Hochgebet einreihe, abbreche.

So würden Kult und Spiritualität durch eine schlechte Soziologie verdrängt.

Mons. Hanke begrüßte als einziger deutscher Bischof das ‘Motu Proprio’ zur Wiederzulassung der Alten Messe und erließ keine Ausführungsrestriktionen für seine Diözese.

Er will nicht der Darling sein
Gleich nach seiner Ernennung zum Bischof von Eichstätt nannte sich Mons. Hanke einen Konservativen.

Zugleich ist er als „grüner Bischof“ – wie zuvor als „grüner Abt“ – ein Liebling der liberalen Presse geworden.

Ein entschiedener Christ dürfe jedoch nicht „der Darling der Gegenwart“ sein, mahnt Mons. Hanke.

Der Preis für eine echte Lebensweise des Christen sei die Ausgrenzung.

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