Sonntag, 20. Januar 2008 14:10
Aids-Tod durch Abstinenz?
Ein deutscher Priester geht mit billiger Polemik und altliberalen Mythen gegen seine Kirche vor. Betrogenen Ehefrauen empfiehlt er die Verwendung von Kondomen.
Buch-Umschlag des Werkes "Gott. Aids. Afrika."
Buch-Umschlag des Werkes „Gott. Aids. Afrika.“
(kreuz.net) Der Priester Stefan Hippler hat als Koautor ein neues Buch herausgegeben. Darin werden die Vorzüge der Einpackung männlicher Geschlechtsorgane mit Gummikondomen gepriesen.

Das Werk trägt den Titel „Gott. Aids. Afrika“. Es ist im Kölner Verlag ‘Kiepenheuer & Witsch’ erschienen.

Der zweite Autor ist der deutsche Journalist und angebliche Afrika-Experte Bartholomäus Grill (53).

Hw. Hippler gehört zum Bistum Trier. Gegenwärtig lebt er in Südafrika und betreut dort die deutschsprachige Pfarrei von Kapstadt.

Nach Angaben der Pfarrei-Webseite sind in seiner Gemeinde alle, auch unabhängig von ihrer „sexuellen Preferenz“ [sic], willkommen.

In Kapstadt hat Hw. Hippler auch die umstrittene Vereinigung ‘Hope Cape Town’ gegründet. Diese setzt sich angeblich gegen die Verbreitung von Aids ein.

In seinem Buch fällt Hw. Hippler über die katholische Kirche her, von der er für seine Arbeit in Afrika bezahlt wird. So behauptet er, daß die katholische Sexualmoral für jene, die sie befolgten, angeblich einem Todesurteil gleichkomme.

Das gelte in Afrika vor allem für Ehefrauen, deren Gatten untreu seien.

Wie der betrügerische Ehemann seiner Gattin schmackhaft machen soll, daß er bei dem ehelichen Akt plötzlich Kondome benützen will, erklärt Hw. Hippler allerdings nicht.

Dafür behauptet der Priester, daß Menschen in der Kirche einmal dafür „verdammt“ worden seien, daß sie selbständig gedacht hätten.

Hw. Hippler, der sich in seinem Buch durch selbständiges Denken nicht hervortut, hofft, daß diese angeblichen Zeiten „endgültig vorbei“ seien.

Rückendeckung aus Schweinfurt
Der umstrittene Pfarrer der Schweinfurter Pfarrei St. Michael im Bistum Würzburg, Hw. Roland Breitenbach, ist offenbar ein Freund von Hw. Hippler.

Mitte Dezember verfaßte er für dessen Buch sogar eine Pressemeldung.

Der Aufhänger: Die Abteilung Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz hat dem Priester eine für dieses Jahr geplante Lesereise durch Deutschland offenbar untersagt.

Pfarrer Breitenbach gibt in seiner Pressemitteilung auch Raum für selbstmitleidige Lamentelen seines Mitbruders: „Die Zeiten sind hart, aber dafür unfair.“

Das antikirchliche deutsche Blatt ‘Süddeutsche Zeitung’ würdigte das Hw. Hipplers Buch kürzlich und bezeichnete es als „ehrlich“.
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