Freitag, 11. Februar 2005 08:21
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Die Rückkehr des Papstes + Spontane Audienz + Der Kardinal ist entzückt + Beschleunigter Alterungsprozeß + „So können wir nicht weitermachen“
Die Rückkehr des Papstes

Vatikan. Nach einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt hat Papst Johannes Paul II. am Donnerstag die römische Poliklinik Gemelli wieder verlassen. Der Heilige Vater kehrte im Papamobil in den Vatikan zurück. Begleitet wurde er vom vatikanischen Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodano, sowie von seinem persönlichen Sekretär, Erzbischof Stanislaw Dziwisz. Zahlreiche Gläubige applaudierten bei der Rückkehr des Heiligen Vaters und winkten ihm zu. Ob und wie lange sich der Heilige Vater erholen werde, ist unklar. Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls erklärte, der Papst werde auf die Ratschläge seines Leibarztes hören. Die Erkrankung der Atemwege und die Luftröhrenentzündung seien nach Angaben der Ärzte vollständig geheilt.

Spontane Audienz

Italien. Nach Presseberichten hat Papst Johannes Paul II. am vergangenen Mittwoch in seinem Spitalzimmer spontan einen unerwarteten kleinen Gast empfangen. Ein krebskranker Junge kam zusammen mit dem persönlichen Sekretär des Papstes, Erzbischof Stinislaw Dziwisz, zur Türe hinein und bat den Heiligen Vater: „Papst, mach mich wieder gesund!“ Daraufhin habe der Papst das Kind lächelnd gesegnet. Der Kleine habe in den Tagen zuvor verschiedentlich an der Türe des Papstes geklopft, sei aber von niemandem gehört worden.

Der Kardinal ist entzückt

Großbritannien. Wie das britische Online-Nachrichtenservice „ekklesia“ berichtete, zeigte sich der Vorsitzende der englischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O’Connor, über die Verlobung von Prinz Charles und seiner 57-jährigen Lebensgefährtin Camilla Parker Bowles erfreut: „Die königliche Familie, die im Leben unseres Landes eine so einzigartige Rolle spielt, kann sich des Wohlwollens und der Gebete der katholischen Gemeinschaft gewiß sein.“ Gleichzeitig kritisierte der Kardinal die vorherrschende antikatholische Gesetzgebung, die einer Katholikin die Königswürde versagt. Würde Prinz Charles eine Katholikin heiraten, so hätte diese nicht die Chance, Königin zu werden. Außerdem würde Prinz Charles den Anspruch auf den Thron verlieren.

Beschleunigter Alterungsprozeß

Vatikan. Das Alter des ehemaligen Erzbischofs von Breslau, Henryk Kardinal Gulbinowic, wurde um 5 Jahre angehoben. Im neu erschienenen vatikanischen Jahrbuch, dem „Annuario Pontificio“, ist nun der 17. Oktober 1923 als sein Geburtsdatum verzeichnet. Bisher war sein Alter mit 76 Jahren angegeben worden. Während des zweiten Weltkrieges fälschte die Familie des Kardinals mit Hilfe des Heimatpfarrers die Geburtsurkunde des späteren Kardinals, um ihrem Sohn kommunistische Zwangsmaßnahmen zu ersparen. Kardinal Gulbinowic ist somit vom nächsten Konklave ausgeschlossen.

„So können wir nicht weitermachen“

Deutschland. Der Priester Hans Küng hat am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin den Rücktritt von Papst Johannes Paul II. gefordert. Die Kirche sehe in bestimmten Fällen einen Rücktritt des Papstes vor. „Ich meine, daß dieser Fall jetzt eingetreten ist“, erklärte Küng. Der Heilige Vater solle um des Nutzens und der Notwendigkeit der Kirche willen zurücktreten. „So können wir nicht weitermachen“, kommentierte der amtsenthobene Theologe. Die Kirche als ganze sei mittlerweile so altersschwach wie der Papst selbst. Die Suche nach einem Nachfolger sei ein schwieriges Unterfangen. Es sei ein Problem, einen Nachfolger zu finden, „der uns aus dieser elenden Krise herausführt, in die uns dieser Papst hinter einer glänzenden Staffage hineingeführt hat.“ Wer „wir“ ist, wollte Küng allerdings nicht sagen. Dem Priester und Tübinger Professor Hans Küng wurde 1979 die kirchliche Lehrbefugnis entzogen.
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