Samstag, 26. Januar 2008 17:17
„Ich sage unschuldige Seelen, da hier Abtreibung, Pornographie, Euthanasie, Prostitution, Homosexualität, unschamhafte Kleidung gesetzlich verboten sind.“ Von Pater Pascal Gendron.


Missionare der Piusbruderschaft in Afrika
(kreuz.net) Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991) hatte recht, wenn er sagte, daß die deutschsprachigen
Länder sehr großzügig sind. Darum ein herzliches Vergelt’s Gott für Ihre
Unterstützung unserer Simbabwe-Mission
durch Gebete, Geldspenden und Pakete.
Wir haben 99% der gesendeten Pakete erhalten. Dank der Freundlichkeit
der katholischen Postbeamten wurde auf den Einfuhrzoll verzichtet.
Praktisch jeden Sonntag kann eine
Verteilung von Lebensmittelpaketen an unsere etwa neunzig Familien durchgeführt werden.


Landkarte von Zimbabwe
Man kann sagen,
daß alle Lebensmittel gerade zur rechten Zeit kommen. Hier in Simbabwe fehlt es an allem. Die Preise
sind derart hoch, daß die wenigen Eßwaren unerschwinglich sind.
Offenbar sagt ein UNO-Bericht den Hungertod
von vier Millionen Simbabwern voraus, falls sich die Lage nicht ändert. Diese Zahlen scheinen mir realistisch
zu sein.
Mit den Geldspenden versuchen wir auch, Nahrung aus Südafrika zu importieren. Aber bis heute
blieb dies erfolglos.
Darum sind die Postpakete im Augenblick das einzige wirksame Mittel, um Nahrungsmittel
zu erhalten.
Unsere 380 Gläubigen sind sehr dankbar. Seit Beginn der Krise sind sie glaubenseifriger
geworden. In Unglück und Not falten sich die Hände leichter zum Gebet.
Unsere Mission in Tafara –
dreißig Kilometer von unserem Priorat in Harare entfernt – hat sich sehr gut entwickelt. Lucie (15) hat
es in die Wege geleitet. Im Jahr 2006 lud sie Mädchen und Buben ihres Dorfes zum Katechismusunterricht
ein.
Letztes Jahr starb Mary-Debra, eines dieser Mädchen, im Alter von 14 Jahren an einem Gehirntumor.
Sie war erst einen Monat getauft. Seitdem sind die Gläubigen viel zahlreicher geworden.
Mehr als zweihundert
Personen nehmen jetzt jeden Sonntag am Katechismus teil.
Sogar der Bürgermeister ist aus Verwunderung
über die Veränderung seiner Leute jetzt Taufschüler geworden.
Vor der Missionierung gab es unter den
Leuten häufig Streit. Jetzt ist alles ruhig. Um 17.30 Uhr läutet die Glocke zum täglichen Rosenkranz,
der in unserer kleinen provisorischen Kapelle gebetet wird.
Am vergangenen Weihnachtsfest wurden 31 Kinder
getauft. Der Großteil stammt aus unserer Mission in Tafara.
Trotz der herrschenden Todesstimmung leuchtet
unser Priorat durch das Land. Im Katechismusunterricht unterrichten wir mehr als 250 Kinder, die in 17
Gruppen aufgeteilt sind.
Der liebe Gott schickt uns viele kleine, unschuldige Seelen. Ich sage „unschuldige
Seelen“, da hier Abtreibung, Pornographie, Euthanasie, Prostitution, Homosexualität, unschamhafte Kleidung
gesetzlich verboten sind.
In einem gewissen Sinne leben wir in einer relativ wohlbehüteten Welt.
Da
der Großteil meiner Gläubigen keine Elektrizität hat, erübrigt sich die Frage nach dem Fernsehen.
Derzeit beten wir darum, ein benachbartes Haus für eine Schule und ein Altersheim kaufen zu können.
Die Lehrer des Landes wandern nämlich nach Südafrika aus, da ihnen die Schwierigkeiten in Simbabwe
kein Überleben erlauben.
Sie versuchen die Grenze, die uns von Südafrika trennt, illegal zu passieren,
da Simbabwe keine Pässe mehr ausstellt. Deshalb durchschwimmen sie einen Grenzfluß, in dem zahlreiche
Krokodile auf ihre Beute warten.
Wegen des Exodus der Lehrer erhalten unsere Kinder kaum noch eine schulische
Ausbildung.
In großen finanziellen Schwierigkeiten befinden sich auch unsere älteren oder alleinstehenden
Personen.
Deshalb beten wir dafür, eine Schule und ein Seniorenheim eröffnen zu können. Das Haus,
das wir in Aussicht haben, ist sehr gut und könnte beiden Zwecken dienen.
Es würde dann ausreichen,
die Trennmauer zu öffnen, um unser Anwesen zu erweitern.
Ende Januar wird Pius (25) in das australische
Priesterseminar der Piusbruderschaft eintreten. Das ist die erste Priesterberufung eines Schwarzen aus
Zimbabwe.