Montag, 28. Januar 2008 15:50
Ein emeritierter deutscher Fundamentaltheologe hat kürzlich ein „verräterisches Unwort“ entlarvt und dazu interessante Bemerkungen gemacht.


Prälat Aloysius Winter von Fulda: „Jeder Bruch mit der Tradition ist als Bruch mit dem Glauben zu betrachten.“
(kreuz.net, Fulda) Neuerdings mache ein „verräterisches Unwort“ die Runde. Das erklärt
Prälat Aloysius
Winter in einem Beitrag für die Webseite
‘katholisches.info’.
Der Prälat ist ehemaliger Professor für
Fundamentaltheologie, Religionsphilosophie und Propädeutik in Fulda.
Das von ihm ausgemachte Unwort
betrifft jene Katholiken, welche die Alte Messe schätzen. Sie würden neuerdings als
„Altgläubige“ bezeichnet.
Doch diese Formulierung hat, wie der Prälat analysiert, einen Haken: Diejenigen, die von „Altgläubigen“
sprechen, würden sich selber implizit als „Neugläubige“ bezeichnen, folgert er: „Sonst hätte die Bezeichnung
keinen Sinn.“
Damit stellten sie sich in die Reihe der Schismatiker und Häretiker, die neue Formen des
Glaubens vertreten hätten.
Katholisch sei jedoch das, „was überall, was immer, was von allen geglaubt
wurde“, zitiert Prälat Winter eine Aussage von Vinzenz von Lérins aus dem Jahre 434.
Das Lehramt diene
dem Wort Gottes, „indem es nichts anderes lehrt, als was überliefert ist“.
Überlieferung und Schrift
bilden – Prälat Winter zitiert das Zweite Vatikanische Konzil – den einen, der Kirche überlassenen,
heiligen Schatz des Wortes Gottes.
Seine Folgerung: „Jeder Bruch mit der Tradition ist darum als Bruch
mit dem Glauben zu betrachten.“
In diesem Sinne könne es keinen „neuen Glauben“ geben, der die Bezeichnung
katholisch verdient.
Die Konzilien der Kirche hätten den überlieferten Glauben „präzisiert und klarer
formuliert“, aber niemals einen neuen Glauben etabliert – auch nicht das zweite Vatikanische Konzil.
Die Offenbarung sei mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen, unbeschadet gewisser und letztlich
unverbindlicher Privatoffenbarungen.
Abschließend zitiert Prälat Winter das letzte Buch des Atheisten
David Friedrich Strauß aus dem 1872 mit dem Titel: „Der alte und der neue Glaube“.
Strauß sei ehrlich
genug gewesen, als Resultat seiner Religionskritik festzustellen, daß er damit den christlichen Glauben
aufgegeben habe: „Davor möge uns Gott bewahren!“
Titelbild: Flickr-Benützer „DJ Treat“, CC