Montag, 28. Januar 2008 11:12
Vor dem Papstbesuch im Land bedauerte der Erzbischof, daß der Vatikan angeblich nicht genügend bedauert hatte.


Seine Seligkeit Christodoulos
(kreuz.net, Athen) Seine Seligkeit Christodoulos (Paraskewaides), orthodoxer Erzbischof von Athen und
ganz Griechenland, ist heute verstorben.
Er starb um 4.15 Uhr – Mitteleuropäische Zeit – in seiner Residenz
in einem Athener Vorort an einem Krebsleiden. In den letzten Tagen wurde die Behandlung auf seinen Wunsch
eingestellt.
Am 16. Januar hatte der Erzbischof noch seinen 69. Geburtstag gefeiert.
Ärzte hatten bei
ihm im vergangenen Juni Leber- und Rückenmarkskrebs festgestellt.
Im Oktober sollte der Erzbischof deshalb
in den Vereinigten Staaten operiert werden. Doch der Eingriff wurde in letzter Minute abgesagt, nachdem
Metastasen im Magen des Erzbischofs gefunden wurden.
Die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft umfaßt etwa
15 Millionen Gläubige, von denen zehn Millionen in Griechenland wohnen.
Christodoulos war seit 1998
im Amt. Regelmäßig kürten ihn Meinungsumfragen als populärste Person in Griechenland.
Doch als die
griechisch-orthodoxe Gemeinschaft im Jahr 2005
von schweren Skandalen erschüttert wurde, gab es auch
Stimmen, die seinen Rücktritt forderten.
Im Jahr 2001 empfing Christodoulos Papst Johannes Paul II.
zu einem Besuch in Athen. Das war der erste Athen-Besuch eines Papstes seit fast 1300 Jahren. Bei dieser
Gelegenheit entschuldigte sich der Papst für angebliche Sünden, welche die Kirche in den tausend Jahren
der Trennung begangen habe.
Vorausgehend hatte Christodoulos den Papst öffentlich aufgefordert, sich
für Dinge zu entschuldigen, die sich seit dem Großen Schisma im Jahr 1054 bis zur Teilung Zyperns ereignet
haben, welche vom Vatikan nicht genügend bedauert worden sei.
„Traumatische Erfahrungen bleiben als
offene Wunden im kräftigen Körper des griechischen Volkes“ – jammerte Christodoulos damals vor sich
hin: „Doch bis jetzt, wurde nicht eine einzige Bitte um Vergebung gehört.“
Der tote Erzbischof wird
vor seiner Beerdigung öffentlich aufgebahrt werden.
Heute um 14.00 Uhr wird der Heilige Synod zusammentreten,
um die Wahl eines Nachfolgers zu diskutieren.