Dienstag, 29. Januar 2008 15:53
Ein deutscher Jesuit propagiert eine Methode des Betens, bei der sich Christen und Atheisten, ohne von der Römischen Kurie gestört zu werden, in der „Sehnsucht des Herzens“ schwelgen können.

Interreligiöses Gebetstreffen in Assisi am 27. Oktober 1986.
(kreuz.net) „Im Himmel wird es keine Abteilungen für Juden, Christen, Muslims, Buddhisten, Hindus, Atheisten
geben, denn Dein Gott und mein Gott ist ein und derselbe.“
Das behauptet der Jesuitenpater Ernst Förster
auf seiner etwas chaotischen Webseite
‘conspiration.de’.
Pater Förster lebt im Caritas-Altenheim der
Jesuiten Köln-Mülheim.
„Gott hat Dich in eine islamische, mich in eine christliche Familie gestellt,
und mein Schulfreund wurde von atheistischen Eltern erzogen“ – fährt der Pater weiter:
„Dieser unser
Gott wurde uns gleichsam in die Wiege gelegt.“
Mit seiner Webseite möchte der Jesuit das Anliegen der
Gebetstreffen von Papst Johannes Paul II. mit den Oberhäuptern anderer Religionen in Assisi lebendig
halten.
Diese Treffen hätten „in Rom viel Opposition erfahren“ und seien deshalb über die Jahre hin
in mannigfacher Weise eingeschränkt worden – „weil weite Kreise glauben, auch aggressiv glauben, daß
nur bei vollständiger glaubensmäßiger Übereinstimmung gemeinsam gebetet werden kann“ – so der Pater.
Das zweite Gebetstreffen sei vom Papst gegen Widerstand römischer Kreise durchgesetzt worden.
Doch
habe dieser Widerstand erreicht, daß gleichzeitig, aber in getrennten Räumen gebetet wurde: „Solcher
Widerstand hat seine Wurzeln im Unglauben“ – urteilt Pater Förster.
Deshalb propagiert er ein mit dem
Atem verbundenes „Beten“, das er CS nennt. Es handelt sich dabei um eine Abkürzung des von ihm geprägten
Ausdrucks „con-spiration“.
Da CS den Teilnehmer via Internet in seinem „Kämmerlein“ erreicht, könne
er dort „ungestört“ [von der Römischen Kurie] beten.
Die Verbindung mit anderen Betern bewirke der
Heilige Geist.
Beten will der Jesuit „sehr weit“ fassen – als Sehnsucht des Herzens, vergleichbar dem
wortlosen Jubel, von dem der Heilige Augustinus spreche: „Es braucht sich nicht ausdrücklich an den einen
Gott richten.“
Auch Ungläubige oder Atheisten würden Gerechtigkeit und Frieden ersehnen.
Man müsse
auch kein Experte in Atemtechnik oder Jesusgebet sein, um an CS teilnehmen zu können. Jeder könne davon
profitieren, wenn er im Rhythmus des Atmens bete:
„Du übst und tust damit etwas, das seit Jahrtausenden
von buddhistischen und christlichen Mönchen geübt und getan wird und sie zur Erleuchtung, zur Herzensruhe
führen soll.“
Teilnehmer an CS werden nicht Mitglied einer Organisation und bekommen keine Mitgliedskarte.
Sie zahlen keine Beiträge, erhalten keine Anweisungen.
Sie müssen sich – so Pater Förster – nicht
„gemäß Parteilinie“ verhalten: „Nichts davon mußt Du fürchten.“
„Vielmehr wird dieses Gebet Dich
hellhörig machen für die tiefste Stimme Deines Gewissens, Gottes Stimme, von der Du ganz individuell
geführt wirst.“