Donnerstag, 31. Januar 2008 10:32
Während die Generalkongregation der Jesuiten in Rom über den neuen Generaloberen und die Zukunft des Ordens berieten, veröffentlichte ein Jesuitenpater in den USA einen Artikel über die Frauenordination.


Die selbsternannte Bischöfin Patricia Fesen.
(kreuz.net) Frauen nehmen in vielen Bereichen der Kirche der Vereinigten Staaten Führungspositionen ein.
Das erklärte Pater Raymond A. Schroth, Professor für Journalistik an der Loyola Universität in New
Orleans, am 17. Januar in der Onlinezeitung ‘New Jersey Voices’ unter dem Titel „Frauenpriester: Laßt
die ganze Kirche entscheiden“.
Es gibt – so der Pater – mehr weibliche als männliche Theologiestudenten.
Es gibt auch Frauen als Präsidentinnen von Universitäten sowie als Katechetinnen oder Kommunionspenderinnen.
Die vatikanische Anordnung, daß über die Frauenordination nicht mehr diskutiert werden dürfe, bezeichnete
der Jesuit als „Schlag“.
Die Reaktion darauf sei, daß Frauen Frauen ordinierten: „Ist das gut?“ – so
die Frage des Paters. Er bezweifelt das. Denn „diese talentierten Frauen – besser ausgebildet, als die
meisten Priester – verlieren ihren frühen Beruf, in dem sie viel Gutes machen können, um für ein paar
Freunde Messen zu veranstalten und sich dadurch von ihren Gemeinden zu entfernen.“
Die Frauenpriester
bezeichneten sich als katholisch, würden aber immer mehr zu protestantischen Sekten verkommen – beklagt
Pater Schroth.
Noch schlimmer sei, daß sie sich selber den Mund verböten, indem sie sich von der Institution
entfernen: „Sie geben den Bischöfen eine weitere Ausrede, um den Wert ihres Anliegens zu ignorieren.“
Pater Schrotz findet viele Belege dafür, daß es in der Kirche Frauenpriester brauche.
Das beginnt
für ihn im Neuen Testament, das unter dem Kreuz und bei der Auferstehung die „Wichtigkeit“ der Frauen
betone und die Freundschaft zwischen Jesus und Maria und Martha und anderen Frauen zeige.
In der Apostelgeschichte
habe es – so Pater Schroth – Frauen als Gemeindeleiterinnen gegeben.
Der Jesuit erwähnt auch die päpstliche
Bibelkommission, die vor mehr als dreißig Jahren behauptet hat, daß die Heilige Schrift der Frauenordination
keine Hindernisse in den Weg lege.
Das Schweigen um die Frauenordination sei von Bischöfen des amerikanischen
Kontinentes – speziell von den brasilianischen – gebrochen worden, lobt der Jesuit.
Die brasilianischen
Bischöfe hatten im vergangenen Herbst ein Dokument veröffentlicht, daß die Tatsache unterstrich, daß
75 Prozent der Wochentagsgottesdienste ohne einen Priester stattfinden.
Man müsse den Mut haben, konservative
Tendenzen zu ändern – zitiert Pater Schroth die braslilianischen Bischöfe.
Solche Tendenzen dürften
die Kirche auch nicht davon abhalten, prophetische Zeichen zu setzen:
Der Zugang von Frauen zum ordinierten
Dienst sei eine anhängige Schuld.
© Bild: Northfield.org, CC