Donnerstag, 31. Januar 2008 19:30
Ein Würzburger Pfarrer hat für nächsten Sonntag einen saftigen Liturgieskandal angekündigt. Von der Kanzel will er dreimal die Frauenordination fordern. Was tut Bischof Friedhelm Hofmann von Würzburg?

Faschingsmesse mit verkleideten Kindern am Altar.
(kreuz.net, Schweinfurt) Der notorische Pfarrer von St. Michael in Schweinfurt,
Hw. Roland Breitenbach
(71), gedenkt, am nächsten Sonntag eine Karnevalsmesse zu halten.
Das kündigte er in seinem wöchentlichen
Liturgiebrief an.
Vorweg jammert Hw. Breitenbach, daß die Vorbereitung für den Faschingsgottesdienst
viel Arbeit bereitet habe:
„Aber wenn wir bedenken, daß er bei uns (fast) so gut mitgefeiert wird wie
zu Weihnachten oder Ostern, ‘rentiert’ sich die Anstrengung.“


Webseite von Hw. Breitenbach
Der Pfarrer schreibt jede Woche eigene
Meßtexte und
verschickt sie per Email an interessierte Anhänger.
Wöchentlich strickt er Tagesgebete,
Gabengebete, Präfationen und nicht zuletzt Hochgebete seiner Messen selber.
Lacher statt HochgebetAm
nächsten Sonntag wird Pfarrer Breitenbach unmittelbar vor der Wandlung die Worte lesen:
„Er hat im Kreis
der Männer und Frauen, die ihn ernst genommen haben und deswegen mit ihm gingen, das Brot genommen, das
Dankgebet darüber gesprochen und es ausgeteilt mit den Worten […]
Und er hat den Kelch, gefüllt mit
Wein genommen, ihn gesegnet und an die Seinen weitergereicht mit den Worten […]
Geheimnis des Glaubens:
Gott, unser Vater, wir stehen vor Dir und sind voller Freude über Jesu Leben unter uns und seine Auferstehung
für uns: Denn sie hilft uns, Leid und Tod zu überwinden.“Anstatt des Hochgebets wird Hw. Breitenbach
in der verflachten Liturgiesprache der 60er Jahre Gott bitten, daß er allen, denen er „das Brot“ reicht,
den „Geist der Ausdauer und Geduld“ schenke.
Wenn Gott „den Wein“ gebe, solle er den Geist des Humors
und der Gelassenheit schenken.
Der Rest des Hochgebet-Ersatztextes besteht aus Bitten um verschiedene
Lacher: ein befreiendes Lachen, ein erlöstes Lachen, ein freundschaftliches Lachen und ein herzhaftes
Lachen.
Selber schuldIn seiner letzten Aussendung hat Hw. Breitenbach auch die Büttenpredigt veröffentlicht,
die er plant, am kommenden Sonntag vorzulesen.
Aus dem
Vorjahr weiß Hw. Breitenbach, daß „einige Grieslinge
derenhalber gram“ sein würden: „Die aber sind selber schuld, warum beziehen sie auch den Liturgieletter
*
grins*?“
Der Priester sieht in seinen Liturgiemißbräuchen eine Verkündigung „mit einem Lächeln“,
welche die Mundwinkel nicht depressiv herabhängen lasse.
Breitenbach spielt BenediktDie heurige, gekonnt
gereimte Büttenpredigt trägt den Titel „Wir sind Papst, welch ein Traum“.
Hw. Breitenbach überlegt
darin, was er täte, wenn er Papst wäre.
Den Anfang seiner Reime widmet er dem Motu Proprio und der
lateinischen Kirchensprache und bricht eine Lanze für das Deutschtum:
„In Rom hat man sich da gedacht,
weil Deutschland es uns einfach macht:
Lateinisch sollen alle beten,
selbst wenn’s Verstehen ginge flöten.
‘Hoc es [sic!] enim corpus meum’
Schnell drehte das der Volksmund um:
zu ‘Hokuspokus’. Ein heil’ger Text
ward’ in die Zauberwelt versetzt.“Das Rad der Geschichte dreht nach den Versen des Geistlichen zurück
auf das Jahr 1570:
„Der Modernismus ist erledigt.“Der Priester reimt sich auch die Frauenordination
von der Seele:
„Ich gäb’ frei die Bischofswahl,
ob Frau, ob Mann das ist egal.
Die ein Bistum leiten
können,
kann man leicht vor Ort benennen.“Dem „Zölibatszwang“ zeigt Hw. Breitenbach die Breitseite:
„Sacerdotes iunctus matrimonio,
meine Entscheidung lautet so:
Priester wieder aufzunehmen,
die sich nicht
der Ehe schämen,
und ihren Nachwuchs, welch ein Glück!
Zehntausend kämen gleich zurück.“Der Pfarrer
glaubt, daß das nur seine Generation – „die Alten“ – schade fänden:
„Aus jungem Volke frisches Blut:
Der Römer-Kirche tät’ das gut.“Von der
Generationenfrage springt er zu den Geschlechterrollen – und
fordert ein zweites Mal die Frauenordination:
„Daß Gott nur Mann geworden wär’?
Dominus Jesus – welche
Mär!
Schließlich bekennt man allerorten:
Jesus Christ ist Mensch geworden.
Der Mensch besteht aus Frau
und Mann,
doch oben kommt so was kaum an.“Beim Thema der Schließung unzähliger Pfarreien schreit Hw.
Breitenbach ein drittes Mal nach der Frauenordination:
„Denn: Frauen, Männer steh’n bereit
in großer
Zahl: S’wär höchste Zeit,
daß sie Sonntagsmessen halten,
sich beim Predigen entfalten,
Bibel teilen,
lehren, taufen,
und den Armen nachzulaufen,
Kranke salben mit dem Öle,
um zu trösten Leib und Seele.
Sterbende bis zuletzt begleiten
Kurz: Mit Herz Gemeinde leiten.“Das Ergebnis seiner nachgeholten Reformation
malt sich Hw. Breitenbach so aus:
„Die steifen Mitren und Gewänder,
flögen schnell über’s Geländer.“
Auch die Moral will Hw. Breitenbach „ganz neu“ lehren. So wünscht er sich, daß es über Afrika „Gummis
regnet“. Offensichtlich will er die Zahl der Neger dezimieren.
Seinen Platz definiert der Priester bei
den Geschiednen, den Exkommunizierten und nicht zuletzt bei den Sodomisten.
Für Luther und Kollegen
fordert er eine Selig- oder Heiligsprechung, mit den Protestanten ein gemeinsames „Abendmahl“ und für
die „Theologen“ Leonardo Boff, Eugen Drewermann und Uta Ranke-Heinemann eine Rehabilitation.
Angeblichen
Fundis würde das „stinken“.