Freitag, 1. Februar 2008 15:41
Ein vernichtendes Urteil
Schockmeldung eines Kurienerzbischofs: „Sogar in den großen Konzelebrationen, auch in Rom, wurden verschiedentlich auf den Boden geworfene konsekrierte Hostien gefunden.“
Erzbischof Albert Malcolm Ranjith
Erzbischof Albert Malcolm Ranjith
(kreuz.net, Vatikan) Erzbischof Malcolm Ranjith, Sekretär und zweiter Mann in der Liturgiekongregation, hat das Vorwort für das jüngste Buch des Weihbischofs von Karaganda in Kasachstan, Mons. Athanasius Schneider, geschrieben.

Das Buch wurde von der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung publiziert und trägt den Titel „Dominus est – Gedanken eines Bischofs aus Zentralasien über die Heilige Kommunion.“

Mons. Schneider ist ein aus Kasachstan stammender Deutscher. Er ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Kanoniker vom Heiligen Kreuz, die dem Engelwerk nahestehen.

In dem Vorwort fordert Erzbischof Ranjith, den Glauben an die Realpräsenz Christi im Altarsakrament zu erneuern.

Buchdeckel des Buches von Mons. Athanasius Schneider
Buchdeckel des Buches von Mons. Athanasius Schneider
Scharf kritisiert er dabei die Abschaffung des knienden Empfanges der Kommunion und die Einführung der Handkommunion.

Diese Praktiken „könnten“ zu einer Schwächung jener Ehrfurcht führen, die für den Empfang des Altarsakramentes notwendig sei.

In diesem Zusammenhang sei es auch notwendig, über den gegenwärtigen „schweren Glaubensverlust“ nachzudenken.

Der Glaube an die Realpräsenz sowie die Aufbewahrung der konsekrierten Hostien im Tabernakel habe in der Kirche früher zur Praxis geführt, daß sich die Gläubigen vor dem Altarsakrament auf die Knie warfen.

Deshalb müsse die Heilige Kommunion mit einer Haltung der demütigen Anbetung empfangen werden. Doch in einigen Teilen der Kirche nehme diese Haltung mehr und mehr ab:

„Die Verantwortlichen zwingen die Gläubigen, die heiligste Eucharistie stehend zu empfangen. Sie haben sogar die Kniebänke entfernen lassen, sodaß die Gläubigen auch während der Wandlung sitzen oder stehen müssen.“

Zur Handkommunion erinnert der Erzbischof daran, „daß sie nach dem Konzil in einigen Teilen der Kirche mißbräuchlich und in Eile eingeführt“ und dann „in der ganzen Kirche zur Regel wurde.“

Die Handkommunion „befördert eine graduelle und wachsende Schwächung der Ehrfurcht den eucharistischen Gaben gegenüber“ – erklärt Mons. Ranjith ohne Umschweife.

Er weist ferner darauf hin, daß eine alarmierender Mangel an Sammlung und ein allgemeiner Geist der Unaufmerksamkeit in die Liturgie eingedrungen sind:

„Man sieht heute häufig Kommunikanten, die auf ihre Plätze zurückkehren, als ob nichts Außerordentliches geschehen wäre. Am meisten abgelenkt sind die Kinder und Jugendlichen.

In vielen Fällen vermißt man die Ernsthaftigkeit und innere Stille, welche die Gegenwart Gottes in der Seele anzeigen.“

Der Erzbischof weist auch auf schwere Mißbräuche beim Empfang der Kommunion hin.

Es gebe Leute, „welche die Eucharistie davontragen, um sie als Souvenir zu behalten“, „sie verkaufen“ oder „in satanischen Riten entweihen.“

Die Schockmeldung des Erzbischofs: „Sogar in den großen Konzelebrationen, auch in Rom, wurden verschiedentlich auf den Boden geworfene konsekrierte Hosten gefunden.“

Mons. Ranjith glaubt, daß die Zeit gekommen ist, um die Praxis der stehenden Handkommunion, „die weder in der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums noch von den Konzilsvätern gewünscht wurde“, zu überprüfen und nötigenfalls zu revidieren.
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