Samstag, 2. Februar 2008 20:58
Der Papst hatte einen anderen im Auge
Der neue Erzbischof von München hat schon als kleiner Junge Priester gespielt. Mit seinem Großvater sang er begeistert Kirchenlieder.
Der neue Erzbischof von München und Freising, Mons. Reinhard Marx.
Der neue Erzbischof von München und Freising, Mons. Reinhard Marx.
(kreuz.net, München) Am heutigen Fest Mariae Lichtmess hat der neue Erzbischof von München und Freising, Mons. Reinhard Marx, das Amt übernommen.

Sein Amtsvorgänger, Friedrich Kardinal Friedrich Wetter, und der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, geleiteten Mons. Marx zur Kathedra in der Frauenkirche.

In seiner ersten Predigt erklärte Marx die wichtigste Aufgabe des Bischofs: auf die Messe hinzuweisen. Die Kirche ziehe sich damit aber nicht auf den engeren Kreis der Gläubigen zurück – so Mons. Marx:

Die Verkündigung des Evangeliums gehöre in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb müßten sich Bischof und Kirche auch politisch und gesellschaftlich einmischen und zu Wort melden.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und Kardinal Wetter richteten Grußworte an den neuen Erzbischof.

Die Messe konzelebrierten zahlreiche Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe sowie hunderte Priester.

Auch der Landesbischof der evangelischischen Gemeinschaft, Johannes Friedrich, und der Metropolit der Griechisch-Orthodoxen Gemeinschaft in Deutschland, Augoustinos, besuchten die Messe. Augoustinos schenkte Mons. Marx zur Amtseinführung ein Brustkreuz.


Gesunde Erziehung
Am Rande der Feierlichkeiten befragte die Nachrichtenagentur ‘ddp’ eine Cousine des neuen Erzbischofs über dessen Privatleben.

Er habe bereits sehr früh seine Berufung zum Priesteramt gespürt – so Friedel Marx: „Reinhard wollte schon mit acht Jahren Pastor werden.“ Er habe beim Spielen den Priester dargestellt und für seinen älteren Bruder sei nur die Ministrantenrolle geblieben.

Als Kind sang der spätere Erzbischof mit seinem Großvater Kirchenlieder: „Die liebt Reinhard noch heute.“

Mons. Marx sei immer gesellig gewesen und habe nie eine Freundin gehabt.

Den neuen Erzbischof beschreibt der Verwandte als „weltoffen, kritisch, reformfreudig, direkt und knallhart“.

Nicht der Wunschkandidat
Die Nachrichtenagentur ‘AP’ hat aus ungenannten „gut unterrichteten Kreisen“ erfahren, daß Erzbischof Marx sein Amt angeblich dem Widerstand gegen eine Ernennung des Bischofs von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, verdankt.

Mons. Müller sei der Wunschkandidat von Papst Benedikt XVI. gewesen.

Doch im Münchner Domkapitel habe eine mögliche Berufung des Regensburger Oberhirten nach München „Entsetzen“ ausgelöst – zitiert ‘AP’ ungenannte „Kirchenkreise“.

In Kirchenkreisen wird auch gemunkelt, daß Bischof Müller, den der Papst im Dezember zum Mitglied der Glaubenskongregation berufen hat, an diese Kongregation wechseln könnte.

Vorbereitend verbringt er angeblich bereits jetzt regelmäßig einige Tage im Monat in Rom.

© Bilder: Pressestelle Bistum Trier
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