Montag, 4. Februar 2008 11:13
Rechtzeitig zurückgerudert
Ein Kämpfer für die Kirche hat seinen Lauf vollendet: „Er fühlte sich verpflichtet, die aus seiner Sicht gefährlichen Tendenzen und glaubensschädlichen Vorgänge anzuprangern.“
Auf dem Weg zum Friedhof.
Auf dem Weg zum Friedhof.
(kreuz.net, Blindenmarkt) Am vergangenen Freitag wurde das Requiem für den am 25. Januar verstorbenen Pater Andreas Hönisch zelebriert.

Der Verstorbene gehörte im Jahr 1976 zu den Gründungsmitgliedern der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’, deren erster Bundeskurat er wurde.

Im Jahr 1988 gründete er die Ordensgemeinschaft der ‘Diener Jesu und Mariens’. Bis zu seinem Tod wirkte er als deren General. Die Kongregation päpstlichen Rechts hat ihren Sitz in der Marktgemeinde Blindenmarkt in Niederösterreich – 56 Kilometer westlich der Bischofsstadt St. Pölten.

Das Requiem im Alten Ritus zelebrierte Prälat Camille Perl, Sekretär der päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, die sich um die Belange der Altgläubigen kümmert.

Die Feierlichkeiten fanden in der von Benediktinern betreuten Wallfahrtsbasilika Sonntagberg – dreißig Kilometer südwestlich von Blindenmarkt statt.

Der Ortsbischof, Mons. Klaus Küng von St. Pölten, war bei dem Requiem im Chorrock anwesend.

Nach einem Videobericht auf der Webseite ‘gloria.tv’ war die Kirche übervoll. Zahlreiche Priester, Ordensschwestern und Vertreter niederösterreichischer Stifte nahmen an der Messe teil.


Von der Kirche verfolgt
Die Predigt hielt der ehemalige Dompfarrer von Mainz und Spiritual der Ordengemeinschaft, Hw. Guido Becker.

Pater Hönisch sei kein „Streithansl“ gewesen – erklärte Hw. Becker: „Aber er fühlte sich verpflichtet, die aus seiner Sicht gefährlichen Tendenzen und glaubensschädlichen Vorgänge anzuprangern.“

Es sei dem Verstorbenen nicht in erster Linie darum gegangen, die „schlafenden Hirten“ zu wecken, sondern er habe versucht, den verunsicherten, einfachen Gläubigen Wegweisung zu geben und den Rücken zu stärken.

Hw. Becker erinnerte daran, daß Pater Hönisch für seine Treue zur Kirche viel habe erleiden müssen.

Als Religionslehrer an einer hessischen Schule wurde der damalige Jesuit schon nach kurzer Zeit durch das Diözesanschulamt entlassen, weil er die sittlichen Zustände angeprangert hatte.

In zwei deutschen Diözesen bekam der Ordensgründer Predigtverbot: „Er hat sich im Gehorsam an die kirchliche Autorität daran gehalten“ – so Hw. Becker.

Das ganz normale katholische Leben
‘Radio Vatikan’ brachte zum Begräbnis, nachdem der Sender vorher eine eher kritische Todesmeldung veröffentlicht hatte, eine Würdigung.

Dabei kam der Oberstudienrat und ehemalige Bundesfeldmeister der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’, Günther Walter, zu Wort.

Er betonte, daß Pater Hönisch den Jugendlichen nichts anderes als das normale katholische Leben bieten wollte.

Walter erinnerte auch an die schwierige Zeit nach dem Konzil und an die Liturgiereform.

Pater Hönisch habe rechtzeitig gemerkt, daß er zurückrudern mußte.

In der Liturgiefrage habe der Verstorbene eine Haltung vorweggenommen, die durch das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ zur Freigabe der Alten Messe umgesetzt worden sei.

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