Montag, 4. Februar 2008 13:58
Der neue Erzbischof von München scheint nicht auf dem letzten Stand der Dinge zu sein – oder er hat gezielt zu den Vorgestrigen gepredigt.


Der neue Erzbischof von München und Freising, Mons. Reinhard Marx.
(kreuz.net, München) Am Samstag wurde der neue Erzbischof von München, Mons. Reinhard Marx (54), bei
einem Pontifikalhochamt im Liebfrauendom offiziell in sein Amt
eingeführt.
Der Apostolische Nuntius
in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, überreichte dem Domkapitel die von Papst Benedikt XVI.
unterzeichnete Ernennungsurkunde.
Der Münchner Amtsvorgänger, Friedrich Kardinal Wetter, übergab seinem
Nachfolger den Bischofsstab.
Während der Homilie versuchte Erzbischof Marx unter anderem auch dem Vorwurf
zu entgehen, daß seine Predigtworte etwa „sehr fromm“ und nur „auf den kirchlichen Bereich“ bezogen seien:
„Wo bleibt da der gesellschaftliche und politische Auftrag des Bischofs und der Kirche?“ – fragte der
Erzbischof nicht ohne Pathos:
„Zieht sich die Kirche so nicht zurück auf den engeren Kreis der Gläubigen?“
Er beantwortete seine rhetorischen Fragen mit einem überzeugten und vorhersehbaren: „Im Gegenteil“.
Gerade in der Verkündigung des menschgewordenen Gottes bringe die Kirche das in die Gesellschaft ein,
was Grundlage wahrer Humanität sei:
Der Mensch habe nämlich eine Würde, die nicht von Menschen abhänge,
sondern von Gott selber gegeben wurde, der unser Bruder geworden sei und sich in seiner Menschwerdung
mit jedem Menschen verbunden habe.
„Durchaus zu Recht“ heiße es deshalb in den Wandlungsworten: „Mein
Leib – für euch und
für alle!“ – krönte der Erzbischof seine Aussage mit einem Ausrufezeichen.
Was
er unterschlug:
Erst im November 2006 hat Papst Benedikt XVI. angeordnet, daß die bisherige deutsche
Falschübersetzung der Wandlungsworte „das Blut, das für euch und für alle vergossen wird“ zukünftig
im Sinne des lateinischen und griechischen Originaltextes
korrekt mit „das für euch und die vielen“ widergegeben
werden muß.