Mittwoch, 6. Februar 2008 11:30
Ein Kapuzinerprovinzial hat kürzlich offen ausgesprochen, welche gesamtkirchliche Bedeutung römischen Dekreten und Bestimmungen in Tat und Wahrheit zukommt.


Selbst Bischöfe behandeln römische Weisungen als Produkt
für den Abfall.
(kreuz.net) Am ersten Februar gewährte der Provinzial der Schweizer Kapuziner, Pater Ephrem Bucher (63),
der ‘Neuen Luzerner Zeitung’ ein Interview.
Die ‘Neue Luzerner Zeitung’ gehört dem kirchenfeindlichen
Ringier-Verlag.
Pater Bucher war auch einige Zeit in der Generalleitung des Ordens in Rom tätig.
Zur
stark überalterten Schweizerischen Kapuzinerprovinz – einstmals mit über 700 Mitgliedern die größte
der Welt – zählen heute noch rund 230 Mitglieder, von denen ein Drittel Laienbrüder sind.
In dem Interview
teilt der Kapuziner mit, daß sein Orden weltweit wächst, aber quasi in die Dritte Welt auswandert: „Der
Schwerpunkt liegt nicht mehr in Europa, sondern in Südamerika, Afrika, Indien, Ostasien und Osteuropa.“
Er erklärt auch, daß die Kapuziner ziemlich demokratisch organisiert sind und die Provinzen große
Autonomie genießen.
Diese Aussage benützt der interviewende Journalist, André Stocker, um einen Gegensatz
zu einem angeblichen „Zentralismus der Römischen Kurie“ zu konstruieren.
„Eher subalterne Kurienbeamten
glauben, die ganze Kirche marschiere im Takt ihrer Verlautbarungen“ – kontert der Kapuziner und spielt
mit seiner Aussage indirekt auch auf die Unterstellung des Journalisten an.
Dann fährt Pater Bucher
weiter: „Ich deute viele römische Dekrete so, daß sie den Tarif durchgeben, aber nicht als strikten
Befehl, sondern als Anregung.“
Die römischen Dekrete seien „Idealvorstellungen im Bewußtsein, daß
die Wirklichkeit anders aussieht.“