Freitag, 8. Februar 2008 11:14
Priester bekommt Spezialbehandlung
Vor dem Gesetz sind alle gleich – es sei denn, wenn sich unter den Gleichen ein geistlicher Herr befindet. Aufschlußreiches zu einer Kinderporno-Razzia.
Symbolfoto
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(kreuz.net, Völkingen) Unter den 12.000 Personen, die der Berliner Polizei bei einer Internet-Kinderporno Razzia ins Netz gegangen sind, befindet sich auch ein katholischer Priester. Das berichtete die in Mainz erscheinende ‘Allgemeine Zeitung’ am 7. Februar.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den inzwischen beurlaubten Priester, Hw. Christof Wefers. Er war zuletzt Pfarrer verschiedener Gemeinden in Völklingen.

Die Stadt besitzt 41.000 Einwohner und gehört zum Regionalverband Saarbrücken im Saarland. Kirchlich ist sie Teil des Bistums Trier.

Hw. Wefers wird von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken des Besitzes kinderpornografischer Photographien verdächtigt. Das Bistum Trier bestätigte das Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen.

Der Priester soll im Internet einschlägige Seiten aufgerufen haben.

Das Bistum begründete die Bekanntgabe des Namens eines Tatverdächtigen in einem laufenden Ermittlungsverfahren mit der Berichterstattung der Medien im Saarland.

Den Stein ins Rollen brachte am 9. Januar die deutsche Boulevardzeitung ‘Bild’. Sie berichtete über das Ermittlungsverfahren und nannte in einer Überschrift den Vornamen und den ersten Buchstaben des Nachnamens des Priesters.

Wenige Tage zuvor wurde in der saarländischen Lokalpresse über einen anderen Priester berichtet, der seine seelsorgerische Aufgabe in Völklingen aus persönlichen Gründen verläßt.

Danach sei es zu Anfeindungen, Verwechslungen und Anschuldigungen gekommen.

„Unsere Priester wurden unter Generalverdacht gestellt“ – so ein Sprecher des Bistums Trier vor der ‘Allgemeinen Zeitung’.

Deshalb habe sich das Bistum entschlossen, den Namen des Verdächtigten in der Bistumszeitung zu veröffentlichen.

Nach Angaben des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft Saarbrücken ist ein Ergebnis der Untersuchung momentan noch nicht abzusehen.

Der tatverdächtige Priester ist einer von 110 Personen, gegen die seit Mitte des vergangenen Jahres ermittelt wird.

© Titelbild: Daniel Kedinger, CC
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