Freitag, 8. Februar 2008 15:12
Gegenwärtig beraten sogenannte Fachleute bei einem vatikanischen Kongreß über die Rolle der Frau. Gehört die Tagung zum Vorprogramm für eine beabsichtigte Einführung von Diakoninnen?


Die Frauenordination ist nach katholischer Lehre ungültig.
(kreuz.net, Vatikan) Vom 7. bis 9. Februar tagt im Vatikan der erste internationale Kongreß über die
Rolle der Frau in der Kirche. Er wurde vom Päpstlichen Laienrat organisiert und steht unter dem nichtssagenden
Titel: „Frau und Mann, die Menschheit als Ganze“.
An der Veranstaltung nehmen mehr als 250 Personen aus
vierzig Diözesen und fünf Kontinenten teil.
Formeller Anlaß für den Kongreß ist der 20. Jahrestag
des Apostolischen Schreibens ‘Mulieris Dignitatem’ von Papst Johannes Paul II.
Zum Abschluß der Veranstaltung
wird Papst Benedikt XVI. eine Ansprache halten.
Jahrhundertelang Frauenordinationen?Eine der Rednerinnen
war die deutsche Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (62). Sie lehrt an der Technischen
Universität Dresden Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft.
Laut ‘Radio Vatikan’
erklärte sie bei dem Kongreß, daß sich historisch angeblich eine jahrhundertelange Tradition von Diakoninnen
nachweisen lasse.
Die Philosophin glaubt, daß die Kirche überlegen könnte, Frauen zu Diakoninnen zu
ordinieren.
Doch gleichzeitig wandte sich Frau Gerl-Falkovitz – die offenbar die Einheit des Weiheamtes
nicht versteht – gegen das Frauenpriestertum.
Das komme für sie aufgrund der biblischen Überlieferung
nicht in Frage.
Die Einstellung von Frau Gerl-Falkovitz war den Organisatoren bekannt. Bereits 1996 hat
sie unter dem Titel „Nachdenkliches zum Diakonat der Frau“ in der neokonservativen Zeitschrift ‘Communio’
einen Aufsatz verfaßt.
Frau Gerl-Falkovitz wird von Christoph Kardinal Schönborn von Wien hochgeschätzt
und dürfte auch über ihn zu dem Anlaß eingeladen worden sein.
Kind des Christentums?Frau Gerl-Falkovitz
tätigte beim Frauenkongreß noch weitere umstrittene Aussagen.
So bezeichnete sie den Feminismus als
„Kind des Christentums“.
Den Freiheitsbegriff in den Briefen des Apostels Paulus interpretierte sie als
Auflösung einer angeblichen Fixierung auf das Geschlecht.
Der Heilige Paulus betone an erster Stelle
die Unmittelbarkeit des Menschen zu Gott – so Frau Gerl-Falkovitz.
© Titelbild: Dave King, CC