Montag, 11. Februar 2008 11:14
Linke Sehnsüchte nach Bischof Haas
Nach den jüngsten Ernennungen im Bistum Chur zittert die korrupte und erpresserische Staatskirche des Kantons Zürich. Ein Kommentar.
Der Erzbischof von Vaduz, Mons. Wolfgang Haas
Der Erzbischof von Vaduz, Mons. Wolfgang Haas
(kreuz.net) Am 10. Februar hat Michael Meier – notorischer Journalist und de facto Pressesprecher der Zürcher Staatskirche – gegen die jüngsten Ernennungen des Bischofs von Chur, Mons. Vitus Huonder, polemisiert.

Der Kanton Zürich gehört kirchlich zum Bistum Chur.

Meier ist bei der Zürcher Lokalzeitung ‘Tages-Anzeiger’ für die antikirchliche Berichterstattung zuständig.

Sein Haß richtet sich vor allem gegen die zwei neuernannten Bischofsvikare Christoph Casetti (65) und Martin Grichting (40). Sie stammen beide aus dem Kanton Zürich.

Hw. Casetti charakterisiert Meier als „passionierter Verfechter der natürlichen Empfängnisregelung“.

Der Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder
Der Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder
Im Jahr 1990 ernannte ihn der damalige Bischof von Chur, Mons. Wolfgang Haas, zum Generalvikar für den Kanton Zürich. Doch die örtlichen Kirchenbonzen verweigerten dem Priester den Lohn und den Zutritt zu seinem Büro. Somit konnte er sein Amt nie ausüben.

Jetzt möchte Meier diese alten kirchenkämpferischen Zeiten wieder aufleben lassen: „Nur wenige Monate im Amt, provoziert Bischof Vitus Huonder das Bistum Chur mit einem weit reichenden Personalentscheid“ – provoziert er.

Nach den jüngsten Ernennungen gibt es zukünftig im Bistum Chur nur noch einen Generalvikar statt bisher drei. Dieses Amt wird vom bisherigen Generalvikar für den Kanton Zürich und Glarus, Weihbischof Paul Vollmar (73), wahrgenommen.

Weitere Aufgaben werden neu vier Bischofsvikaren zugeteilt.

Generalvikar und Bischofsvikare bilden mit dem Bischof den Bischofsrat. Dieser entscheidet alle Sach- und Personalfragen des Bistums.

Jetzt ist die ‘Zentralkommission’ des Kantons Zürich – nach Angaben von Journalist Meier – „besorgt“.

Die ‘Zentralkommission’ ist ein staatskirchliches Dionsaurier-Gremium mit exekutiven Aufgaben. Angesichts der üppigen Kirchensteuer-Einnahmen im Kanton Zürich besitzt sie eine beachtliche Finanzmacht und hat den Bischof von Chur damit in der Vergangenheit immer wieder erpreßt.

In seinem Artikel darf Meier immerhin die glückliche Botschaft überbringen, daß sich das ‘Zentralkommission’ über die Ernennung von Weihbischof Paul Vollmar (74) zum Generalvikar des gesamten Bistums freut.

Diese Freude mag vor allem darin begründet sein, daß sich Mons. Vollmar in der Vergangenheit als schwache Persönlichkeit ohne Führungsprofil und gefügiger Willensvollstrecker der ‘Zentralkommission’ erwiesen hat.

Unzufrieden sind die Zürcher Kirchenfunktionäre dagegen mit dem neuen Bischofsvikar und habilitierten Kirchenrechtler, Hw. Martin Grichting.

In ihrem Namen wirft Meier dem Neuernannten vor, die sogenannte Zürcher Landeskirche in seinen zahlreichen kirchenrechtlichen Studien als „Gegenkirche“ entlarvt zu haben.

Hw. Grichting hat auch nachgewiesen, daß die staatskirchenrechtlichen Landeskirchen und Kirchgemeinden in der Schweiz schon lange als eigentliche Hierarchie funktionieren, während Papst und Bischöfe zu bedeutungslosen, repräsentativen Monarchen degradiert sind.

Deshalb versuchen die an einer demokratischen Diskussion nicht interessierten Zürcher Staatskirchenfunktionäre schon seit Jahren die kritische und gewichtige Stimme von Hw. Grichting zum Schweigen zu bringen.

Um die Gemüter aufzuheizen, erwähnt Meier das Szenario, daß Hw. Grichting zum nächsten Zürcher Weihbischof ernannt werden könnte.

Daß würde – wie Meier nostalgisch hofft – einen „zweiten Fall Haas“ heraufbeschwören.

Doch diese Gefahr ist nicht groß.

Die Zürcher Pfarreien sind aufgrund der jahrzehntelangen Polemiken gegen den Glauben, die Kirche und den Bischof so sehr geschwächt und vergreist, daß ein Aufstand wie zu den alten Zeiten von Bischof Wolfgang Haas heute völlig unvorstellbar ist.
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