Dienstag, 12. Februar 2008 19:15
In Deutschland gibt es einen neuen sogenannten Ethikrat. Er bringt vor allem den Verfall ethischer Prinzipien in Deutschland zum Ausdruck. Von Monika Hoffmann.


Marionettenpuppen in Prag
(kreuz.net, Münster) Heute wurden in Berlin die 26 nominierten Mitglieder des deutschen Ethikrates gewählt.
Auch wenn sich einige neue Gesichter im neuen Ethikrat zeigen, dürfte sich an seiner Position auch zukünftig
leider nichts zugunsten eines konsequenten Schutzes der Menschenwürde und des Lebens ändern.
In einer
Koalition, die in ethischen Fragen die Ära von Bundeskanzler Gerhard Schröder bruchlos fortsetzt, ist
das Profil, für das die CDU einmal stand, nicht mehr erkennbar.
Selbst die von der CDU-Fraktion nominierten
Experten passen größtenteils ins Marionettentheater einer Regierung, die sich im politischen Tagesgeschäft
an die Kernaussagen des Grundgesetzes offenbar nicht mehr gebunden fühlt.
So hat die CDU unter anderem
den Bonner Juristen Matthias Herdegen nominiert.
Dessen umstrittene Auslegung des „Menschenwürdeartikels“ –
Artikel 1 des Grundgesetzes – kommentierte der prominente Verfassungsrechtler Ernst Wolfgang Böckenförde
(SPD) mit den Worten, daß es sich dabei um eine „Relativierung der Unabdingbarkeit der Menschenwürde
selbst“ handle, „wiewohl der Anschein erweckt wird, diese bestünde fort“.
Herdegen vertritt einen sogenannten
gestuften Würdeschutz, der einen konsequenten Lebensschutz vom Anfang bis zum Ende nicht mehr vorsieht.
Die Union beweist durch diese Nominierung, daß für sie wesentliche Verfassungsinhalte und auch ihr
eigenes, lange und heiß diskutiertes Grundsatzprogramm, in dem sie sich noch für die Unantastbarkeit
der Menschenwürde ausgesprochen hatte, immer mehr zur Disposition stehen.
Die Verfasserin ist Pressesprecher
der ‘Christdemokraten für das Leben’ (CDL).