Mittwoch, 13. Februar 2008 13:38
Ohne Beweise hätte Papst Benedikt XVI. den Gründer der Legionäre Christi niemals de facto suspendiert – erklärte ein Priester und früherer Legionär nach dem Tod von Pater Marcial Maciel.


Portrait von Father Maciel
(kreuz.net) Hw. James Farfaglia, hat zum
Tod des Gründers der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel,
einen Nachruf verfaßt. Pater Maciel starb am 30. Januar.
Hw. Farfaglia ist ein bekannter
Pfarrer in
der US-Diözese Corpus Christi in Texas. Er betreibt auch eine eigene
Webseite.
Der Nachruf wurde auf
der konservativen Webseite ‘Renew America’ veröffentlicht.
Hw. Farfaglia war lange Jahre selber Mitglied
der Legionäre Christi. Seine Zeit in dieser Ordensgemeinschaft bezeichnet er als „sehr glücklich“.


Auf ihrer Webseite zeigen die Legionäre Bilder vom Begräbnis ihres Gründers.
Er sei dankbar für die dort erhaltene Ausbildung: „Ich könnte niemals tun, was ich jetzt als Priester
tue, ohne die wertvollen Erfahrungen, die ich bei den Legionären gesammelt habe.“
In den Seminarien
der Legionäre Christi hat er kein Fehlverhalten gesehen: „Ich war immer von sehr heiligmäßigen Männern
umgeben.“
Hw. Farfaglia hatte auch häufigen Kontakt mit dem verstorbenen Gründer der Legionäre. Dessen
Beispiel, Schriften und Vorträge bezeichnet er als fruchtbringend.
In seinem Nachruf erwähnt Hw. Farfaglia
die Anschuldigungen, daß Pater Maciel Seminaristen homosexuell geschändet habe.
Ob diese Vorwürfe
wahr oder falsch sind, kann der Priester aus persönlicher Erfahrung nicht beurteilen: „Aber, ich weiß,
daß Papst Benedikt XVI. niemals getan hätte, was er
getan hat, wenn es keine wirklichen, konkreten Beweise
dafür gegeben hätte.“
Hw. Farfaglia erklärt, nach seiner Zeit bei den Legionären Informationen erhalten
zu haben, die darauf hingedeutet hätten, daß zumindest einige Anschuldigungen zutreffend waren und Pater
Maciel in diese Richtung Probleme gehabt habe.
„Wenn einige oder alle Anschuldigungen wahr sind, dann
gibt es in der Kirche sehr viel Verderbnis, die weiter geht, als sich irgendeiner von uns ausdenken kann.“
Der Priester kritisiert, daß die Legionäre Christi ihren Gründer jetzt als absolut unschuldig und
als einen zweiten Pater Pio hinstellen.
Er fordert die Legionäre auf, das umzusetzen, wovon der Gründer
ständig gesprochen hat: der Kirche zu dienen und nicht sich selber.
„Es wird in der Legion Christi dem
Geld und dem Wachstum zuviel Gewicht beigemessen. Ihre Literatur sollte sich mehr auf Christus statt auf
gutaussehende Seminaristen konzentrieren.“
Die Legionäre müßten aus sich eine Legion Christi und nicht
eine Legion von Pater Maciel machen:
„Wenn sie weitermachen wie bisher, werden sie ineffizient und zu
einem großen Hindernis für die Evangelisierung der Kirche.“
© Titelbild: Pressebild Legionäre Christi