Samstag, 16. Februar 2008 14:24
Sie sei Christin, ja Humanistin und stehe ganz hinter der Lehre der Kirche, erklärt die Verfasserin mit viel Verständnis und milder Stimme. Aber dann kommt das große Aber.


Die Würde der Frau wird mit Füßen getreten.
(kreuz.net) Eine Unter-Organisation der Brasilianischen Bischofskonferenz hat kürzlich eine Broschüre
veröffentlicht, die sich in bestimmten Fällen dafür ausspricht, Kinder vorgeburtlich zu schlachten.
Das berichtete die US-amerikanische Nachrichtenagentur ‘Catholic News Agency’.
Die Verfasserin der Broschüre
ist Bernardete Aparecida Ferreira. Sie ist die Koordinatorin des bischöflichen Ausschusses für benachteiligte
Frauen.
Nach Angaben der Onlineausgabe der Zeitung ‘O Estado de Sao Paulo’ verursachte Frau Ferreira
eine Diskussion im bischöflichen ‘Komitee für Liebe, Gerechtigkeit und Frieden’, bei dem sie angestellt
ist.
Frau Ferreira arbeitet mit jungen Prostituierten. Sie glaubt, daß „Frauen, die sich selbst prostituieren,
trotz zahlreicher Verhütungsmethoden, immer wieder einmal eine Abtreibung brauchen könnten“.
Dabei
wiederholt sie auch das alte Märchen, wonach ein Verbot der Kinderabtreibung die Zahl der vorgeburtlichen
Kindermorde nicht sinken lasse.
Frau Ferreira erdreistet sich außerdem zu betonen, als Christin und
Humanistin zu handeln. Schließlich befänden sich Frauen, die ihr Kind im Mutterleib töten ließen,
in „einer schwierigen Situation“.
Die Herausgabe der lebensfeindlichen Broschüre hänge mit ihren Erfahrungen
unter Prostituierten zusammen. Viele von ihnen hätten bereits „ein, zwei, drei oder bis zwanzig“ Kinder
abtreiben lassen.
Am Schluß gibt sich Frau Ferreira scheinheilig: „Ich empfehle die Abtreibung oder
den Gebrauch von Kondomen nicht.“ Sie bevorzuge eine so natürlich wie möglich praktizierte Familienplanung.
Angeblich befürworte sie vollständig die Lehre der Kirche. „Aber ich verteidige das Leben von Frauen.“
Ermutigung aus RomFast zeitgleich mit der Herausgabe der Broschüre haben sich die brasilianischen Bischöfe
gegen die Regierung gestellt. Diese hegt Pläne zur Legalisierung der Kinderabtreibung und wünscht einen
freien Zugang zur sogenannten ‘Pille danach’.
Am 7. Februar verfaßte Papst Benedikt XVI. einen Brief
an den Vorsitzenden der Brasilianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Geraldo Lyrio Rocha von Mariana.
Darin ermutigt er die Bischöfe, sich weiterhin für den Lebensschutz einzusetzen.
© Titelbild: Flickr-Benützer
„Drinks Machine“, CC