Samstag, 16. Februar 2008 10:22
Die deutsche Bischofskonferenz zinkt die Zahlen der altgläubigen Meßstandorte in Deutschland – damit nicht ist, was nicht sein darf.


Seit Anfang an wendet sich der Priester beim Gebet zu Gott
(kreuz.net) Der zurückgetretene Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann von
Mainz, hat heftigen Widerspruch geerntet.
Grund dafür war sein Pressebericht im Anschluß an die Frühjahrs-Vollversammlung
der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. Februar 2008 in Würzburg.
Darin geht es im sechsten
Punkt um die Umsetzung des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’. Dabei fällt der fatale Satz:
„Im Blick
auf die zahlenmäßige Entwicklung von Anträgen und Genehmigungen für die Meßfeier in der außerordentlichen
Form des Römischen Ritus zeigt sich, daß keine erhebliche Zunahme zu verzeichnen ist.“
Gegen diese
Aussage hat die Vorsitzende der Laienvereinigung ‘Pro Missa Tridentina’, Monika Rheinschmitt, in einer
heutigen Medienmitteilung heftig protestiert.
Die von der Bischofskonferenz behauptete quasi-Stagnation
der Anzahl altritueller Meßorte in Deutschland entspreche nicht der Wirklichkeit.
Frau Rheinschmitt
tischt Zahlen auf: „Es ist eine nachprüfbarer Tatsache, daß die Alte Liturgie im Jahr 1997 an ungefähr
23 Orten in Deutschland öffentlich gefeiert wurde.“
Anfang Juli 2007 – also vor der Veröffentlichung
des Motu Proprio – seien es 35 Meßorte gewesen:
„Ende Dezember 2007, das heißt, dreieinhalb Monate
nach dem Inkrafttreten des Motu proprio, waren es bereits 78 Meßorte – die Anzahl hatte sich mehr als
verdoppelt“ – so Frau Rheinschmitt.
Sie berichtet auch, daß seit dem 1. Januar 2008 weitere zehn Meßorte
hinzugekommen sind. Außerdem gibt es über fünfzig Initiativen, die einen Antrag gestellt haben, dem
bis jetzt nicht stattgegeben wurde.
Als Beispiel nennt Frau Rheinschmitt die
Stadt Gießen im Bistum
Mainz. Dort wartet eine große Gruppe von Gläubigen seit September 2002 auf die Genehmigung für eine
Alte Messe.
In der Stadt Konstanz würden Anträge an das Ordinariat in Freiburg ebenfalls „seit mehreren
Jahren“ warten. Sie seien zuletzt abgelehnt worden, weil angeblich keine Zelebranten verfügbar seien.
Frau Rheinschmitt: „Inzwischen gibt es die Zusage von 13 Priestern, die ihre Bereitschaft erklärten,
in Konstanz zu zelebrieren“. Das habe im Freiburger Ordinariat zu „neuen Überlegungen“ geführt.
Fazit:
„In Anbetracht diese Entwicklung bleibt unklar, worauf sich die gebetsmühlenhafte Wiederholung der Behauptung
stützt, es gebe seit dem Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ »keine erhebliche Zunahme von Anträgen
und Genehmigungen«.“
Das Gegenteil sei der Fall: „Es gibt eine wesentliche Zunahme – und sie wäre noch
deutlicher, wenn in den Ordinariaten nicht so viel Obstruktion vorhanden wäre.“
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