Montag, 14. Februar 2005 10:50
Die Waffen der Buße + Halbherziger Valentinssegen + Bischof von Chur: Was ist Architektur? + Spaniens Kindermord + Mit der Kirche im Clinch
Die Waffen der BußeVatikan. Der Heilige Vater zeigte sich beim gestrigen Angelus-Gebet erstmals seit
seiner Rückkehr aus der Gemelli-Klinik den Gläubigen. Die übliche Ansprache des Papstes wurde vom argentinischen
Erzbischof Leonardo Sandri, dem zweiten Mann im Vatikanischen Staatssekretariat, verlesen. Papst Johannes
Paul II. bedanke sich bei allen Gläubigen für ihr Gebet. „Ich fühle, daß eure Hilfe vor dem Herrn
notwendig ist, damit ich meine Sendung, die Jesus mir anvertraut hat, erfüllen kann.“ Zur Fastenzeit
meinte der Heilige Vater, daß wir nur durch das Tragen des Kreuzes und die Gemeinschaft mit Christus
ins ewige Leben gelangten. „Es ist ein Kampf, den man mit den Waffen der Buße bestreitet: dem Gebet,
dem Fasten und den Werken der Barmherzigkeit.“ All dies müsse im Verborgenen geschehen, ohne Stolz, in
der ehrlichen Gottes- und Nächstenliebe.“
Halbherziger ValentinssegenÖsterreich. Die österreichischen
Bischöfe veröffentlichten kürzlich „Orientierungen für Segensfeiern am Valentinstag“. Der Valentinstag
biete die Chance, der Sehnsucht vieler Paare nach Gottes Schutz und Segen nachzukommen. Ehepaare sollten
an diesem Tag eingeladen werden, ihr Eheversprechen zu erneuern. Verlobte könnten den Beistand Gottes
für die Vorbereitung zur Ehe erbitten. Die Bischöfe empfehlen kirchliche Segensfeiern, die auf die jeweilige
Situation der Paare eingehen. Wer nicht in der Ehe oder in Vorbereitung darauf lebe, solle durch ein sorgfältig
formulieres Gebet und durch eine Einzelsegnung gestärkt werden. Einige Paare in ‘freien Verbindungen’
bezeichnen die Bischöfe als halbherzig. Man könne ihnen nicht den kleinen Finger der Einzelsegnung als
billigen Ersatz für die ganze Hand, eine richtige Paarsegnung, reichen: „Dennoch ist es das Zeichen eines
winzigen Schrittes in die richtige Richtung.“
Bischof von Chur: Was ist Architektur?Schweiz. In seinem
diesjährigen Fastenhirtenbrief dankt der Bischof von Chur und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz,
Mons. Amédée Grab, für die finanzielle Unterstützung bei der Restaurierung seiner Kathedrale. Gleichzeitig
weist Bischof Grab darauf hin, daß es nur selten eine Versuchung sei, die Kirchengebäude zu vernachlässigen.
„Unsere wunderschönen Pfarrkirchen aus allen Jahrhunderten werden immer häufiger restauriert. Sie brauchen
es.“ Es sei aber nicht weniger wichtig zu sehen, daß wir selbst ein lebendiger Tempel Gottes seien: „In
einem Pfarrblatt habe ich gelesen, Primarschüler hätten in einem Aufsatz die Frage beantworten sollen:
Was ist Architektur? Der eine antwortete: Architektur ist das, was nicht zusammenstürzt.“ Ein anderer
hätte umgekehrt formuliert: „Architektur ist, was stehenbleibt.“ „Eckstein der Kirche ist Jesus Christus,“
kommentierte der Bischof die Schüler. Gebaut sei die Kirche auf die zwölf Apostel. „Einstürzen wird
sie nie.“
Spaniens KindermordSpanien. Die sozialistische Regierung Spaniens strebt in der Frage von
Reagenzglaskindern weitere Entrechtungen an. Man will künstlich ausgewählte Brüder und Schwestern produzieren,
die als geeignete Spender zur Behandlung eines kranken älteren Geschwisterchens in Frage kommen. Der
jüngere Bruder könnte beispielsweise sein Rückenmark für seine todkranke Schwester hergeben. Natürlich
werde es „strikte Bedingungen“ geben, versichern die Sozialisten. Diese Form der Kinderselektion werde
auf „außerordentliche Fälle“ beschränkt bleiben. Das Gesetz muß noch dem spanischen Parlament vorgelegt
werden. Es kann frühestens Ende 2005 oder Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. In Spanien dürfen
Reagenzglaskinder schon jetzt auf Krankheiten untersucht und bei einem positiven Befund getötet werden.
Mit der Kirche im ClinchSchweiz. Das große Benediktinerkloster Einsiedeln in der Zentralschweiz lädt
auch heuer zur Wallfahrt „Mit der Kirche im Clinch“ ein. Zwischen dem 13. und 16. Juli wolle man fernstehende,
ausgetretene oder mit der Kirche unzufriedene Menschen ansprechen. Der Anlaß versuche Menschen zu sammeln,
deren Verhältnis zu Glaube, Religion und Kirche getrübt sei. Kernpunkt der Wallfahrt sei die Wallfahrt
selbst. Die Schwerpunktthemen lauten „Kirche – arrogant?“, „Kirche – ignorant?“ und „Kirche – dominant?“.
Die Möglichkeit der Diskussion werde besonders hervorgehoben. Man suche dadurch den Dialogcharakter der
Veranstaltung zu unterstreichen.