Montag, 18. Februar 2008 15:38
Mehr Seligsprechungen als unter Johannes Paul II.
Künftig sollen Prozesse für Seligsprechungen in den Diözesen nüchterner und strenger geführt werden. Das fordert eine neue Instruktion.

Die neue Instruktion ‘Sanctorum Mater’
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat in seinen knapp drei Jahren als Papst im Verhältnis mehr
Selige und Heilige kreiert als Johannes Paul II.
Das gab der Präfekt der Heiligsprechungskongregation,
Jose Kardinal Saraiva Martins, heute Montag auf einer Pressekonferenz bekannt.
Anlaß für die Pressekonferenz
war die Veröffentlichung der Instruktion ‘Sanctorum Mater’ über die diözesane Phase der Seligsprechungen.
Seit Beginn des Pontifikats Benedikt XVI. wurden bereits 577 Menschen zur Ehre der Altäre erhoben. Das
ist ein Drittel der Zahl an Seligen und Heiligen, die Johannes Paul II. in 27 Jahren seines Pontifikats
proklamiert hat.
Doch die bloße Statistik trügt. Die hohe Zahl beinhaltet alleine
498 spanische Martyrer,
die während des spanischen Bürgerkriegs von kommunistischen Mördern massakriert wurden.
Neue Instruktion
Die heute veröffentlichte Instruktion ‘Sanctorum Mater’ fordert von Bischöfen mehr Strenge und Nüchternheit
bei der diözesanen Phasen des Seligsprechungsverfahrens und besonders bei der Anerkennung von Wundern.
Diese Phase beinhaltet die formale Eröffnung des Prozesses, die Untersuchung des Lebens, der Tugend,
des „Rufs der Heiligkeit“ und die Dokumentation eines Wunders.
Die neue Instruktion fordert die Einhaltung
der bereits von Johannes Paul II. im Jahr 1983 verabschiedeten Bestimmungen ein.
Doch die Bischöfe hätten
diese Regeln ungenügend beachtet – erklärte Kardinal Martins auf der Pressekonferenz.
Das Dokument
widerspreche der verbreiteten Vorstellung, daß die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses nur
eine Art historisch-kritische Recherche sei:
„Die Instruktion betont, daß die Vergewisserung eines Rufes
der Heiligkeit oder des Martyriums eine absolut nötige Voraussetzung für die Aufnahme eines Prozesses
ist.“
‘Sanctorum Mater’ unterstreicht ferner, daß der Ruf der Heiligkeit „nicht künstlich produziert“
sein dürfe und bei einem „bedeutenden Teil des Gottesvolks“ bestehen müsse.
© Titelbild: Screenshot
‘CTV’