Dienstag, 19. Februar 2008 21:10
Am letzten Sonntag verzichtete eine Reihe bayerischer Bischöfe auf eine Reise nach München. Deutsche Zeitungen wittern darin einen Protest gegen den neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz.


Der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann
(kreuz.net, München) Bei der konservativen Fraktion der deutschen Bischöfe ist der Unmut über die Wahl
des neuen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz groß. Das behauptete der Journalist Mathias Drobinski
in der ‘Süddeutschen Zeitung’.
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner soll über die Wahl „sauer“ gewesen
sein.
Der bischöfliche Unwille entlud sich – so Drobinski – bei der Verabschiedung des früheren Erzbischofs
von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, am letzten Sonntag.
Bei der Feier fehlten vier
der acht bayerischen Bischöfe: Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg, Bischof Wilhelm Schraml
von Passau, Bischof Friedhelm Hoffmann von Würzburg und Bischof Walter Mixa von Augsburg.
Mons. Müller
war wegen der Einweihung eines neuen Kindergartens verhindert.
Drobinski sieht im Fernbleiben der Bischöfe
einen Protest gegen den „Zollitsch-Kurs“.
Wegen der Abwesenheit der Bischöfe soll Karl Kardinal Lehmann
von Mainz in der Sakristei des Münchner Liebfrauendoms „getobt“ haben.
Drobinski glaubt, daß sich das
angeblich demonstrative Fehlen der bayrischen Bischöfe auch gegen ihn gerichtet habe. Schließlich habe
Kardinal Lehmann die Wahl von Erzbischof Zollitsch eingefädelt.
„Das ist doch hier kein Kindergarten“ –
zitiert Drobinski einen Domkapitular zum Fehlen der vier Bischöfe. Jetzt sieht der Journalist sogar einen
möglichen Richtungskampf im Raum.
Der Präsident des obersten deutschen Laiengremiums ‘Zentralkomitee
der deutschen Katholiken’, Hans Joachim Maier, schimpfte vor der ‘Badischen Zeitung’:
„Das ist ein schlechter
Stil, der auch der Person von Kardinal Wetter nicht angemessen ist.“