Freitag, 22. Februar 2008 13:18
Sie sind erst seit anderthalb Jahren unterwegs. Doch es herrscht bereits eine Stimmung wie während der Gründerzeit.


Priesterweihen beim Institut vom Guten Hirten.
(kreuz.net) Das altgläubige Institut vom Guten Hirten hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren in
der Stadt Bordeaux gut eingelebt.
Das berichtete die katholische Tageszeitung ‘La Croix’ am 20. Februar.
Das Institut ist in der gotischen Kirche Saint-Éloi in Bordeaux tätig.
Zur Messe am Aschermittwoch
versammelten sich nach Angaben von ‘La Croix’ zweimal etwa hundert Gläubige, unter ihnen achtzig Kinder
einer vom Institut geführten Schule.
Der Obere der Gemeinschaft, Pater Philippe Laguérie, ist auch
Pfarrer von Saint-Éloi.

In der Sakristei der Kirche hängt neben einem Bild von Papst Benedikt XVI.
auch eines von Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991), dem Gründer der Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
Die ersten Mitglieder des Institutes sind ehemalige Priester dieser Gemeinschaft.
„Mons. Lefebvre hatte
die historische Aufgabe, die Tradition zu bewahren. Ohne ihn gäbe es heute keine Priester mehr, die in
der Lage wären, die Alte Messe zu lesen“ – erklärt Pater Laguérie.
Der Geistliche wurde im Jahr 1979
von Erzbischof Lefebvre zum Priester geweiht und versöhnte sich im Jahr 2006 mit Rom:
„Die Zeiten haben
sich geändert. Wir leben nicht mehr in den Jahren 1970 bis 1980 mit ihren schrecklichen Exzessen“ – glaubt
er.
In seiner Pfarrei gibt es bereits 600 praktizierende Katholiken: „Unter ihnen befinden sich Gläubige,
die durch uns zum sakramentalen Leben zurückgefunden haben.“
Sogar das Erzbistum scheint zufrieden zu
sein: „Die Dinge haben sich beruhigt“ – erklärt der Generalvikar, Hw. Jean Rouet.
„Wenn es noch kleine
Wunden gibt, so läßt die Weisheit von Kardinal Ricard nach und nach die vergangenen Schwierigkeiten
vergessen“ – sekundiert Pater Laguérie.
Seine Gemeinschaft begann mit fünf Geistlichen. Heute sind
es bereits 19 Priester und 35 Seminaristen. Morgen werden vier Diakone der Gemeinschaft in der römischen
Lateranbasilika zu Priestern geweiht.
In Zukunft will sich das Institut über Frankreich ausbreiten.
Mit der Diözese Versailles bei Paris hat man bereits eine Übereinkunft unterschrieben. Doch die Gemeinschaft
möchte auch in Paris und Lyon seßhaft werden.
In Paris wurden 1.500 Unterschriften für die Einrichtung
einer Personalpfarrei im Alten Ritus gesammelt. Diese soll dem Institut vom Guten Hirten anvertraut werden.
Pater Laguérie lobt den Erzbischof von Paris, André Kardinal Vingt-Trois, dafür, die große Pariser
Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois für die Alte Messe zur Verfügung gestellt zu haben:
„Aber das christliche
Leben beschränkt sich nicht auf die Sonntagsmesse. Es braucht Religionsunterricht, Pfadfinder, Jugendbewegungen,
Bildung.“ Darum sei die Errichtung einer Personalpfarrei wesentlich.
Also nur Friede und Freude zwischen
der neugläubigen Erzdiözese und der altgläubigen Gemeinschaft?
‘La Croix’ weist auf eine Reihe von
Katechesen hin, die der Erzbischof von Bordeaux in seiner Erzdiözese organisierte.
Doch das Institut
vom Guten Hirten zog es vor, zum selben Thema eigene Veranstaltungen anzubieten.
© Bilder: Institut
vom Guten Hirten