Freitag, 22. Februar 2008 10:07
Angeblich war die Veröffentlichung des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ die schwerste Entscheidung im Leben des Papstes.


Bischof Fellay nimmt das Gehorsamsversprechen eines Neugeweihten entgegen.
(kreuz.net) Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wird die von Papst Benedikt XVI am Faschingsdienstag
publizierte neue Karfreitagsfürbitte für die Juden nicht übernehmen.
Das erklärte der Generalobere
der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, am 17. Februar bei einem Vortrag in der Kleinstadt Ridgefield
in der Nähe von New York.
Eine Zusammenfassung des Vortrags ist auf der lefebvristischen Webseite ‘Catholic
Family News’ veröffentlicht.
Mons. Fellay erklärte, daß die Fürbitte zur Bekehrung der Juden auf
das dritte Jahrhundert zurückgehe und damit eines der ältesten Gebete der Kirche sei. Der Bischof sprach
in diesem Zusammenhang von einem „Schatz der Kirche“.
Das alleine sei ein Argument, das Gebet unverändert
zu belassen. Die neue Karfreitagsfürbitte betrachtet Mons. Fellay als im Kern verändert.
Sie sei aus
politischen, nicht aus religiösen Gründen geschrieben worden: „Wir werden das alte Gebet benützen.“
Mittlerweile haben bereits mehrere Patres der Piusbruderschaft ihren Gläubigen verkündet, die Karfreitagsfürbitte
unverändert zu singen. Das gaben mehrere Altgläubige im lefebvristischen Forum ‘Angelqueen’ bekannt.
Einer der Leser erklärte, daß das Alte Meßbuch mit der geänderten Karfreitagsfürbitte neu „Missale
2008“ heißen müßte.
Der schwerste Schritt seines Lebens?Bei dem Vortrag äußerte sich Mons. Fellay
auch noch zum Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’. Der Bischof bemerkte anerkennend, daß Papst Benedikt
XVI. es gegen starke innerkirchliche Widerstände veröffentlicht habe.
Eine ungenannte Quelle habe ihm
mitgeteilt, daß der Heilige Vater nach eigener Ausage mit mit keiner Entscheidung seines Lebens so gerungen
habe wie mit der Veröffentlichung des Motu Proprio. Doch es sei eine Gewissensentscheidung gewesen.
Der Papst sei dabei auf der einen und der Episkopat auf der anderen Seite gestanden. Schließlich sei
das Motu Proprio trotz bischöflicher Kollegialität veröffentlicht worden.
Für Mons. Fellay stellt
die Veröffentlichung von ‘Summorum Pontificum’ einen gravierenden Einschnitt in der Geschichte dar.
Seitdem seien einige unglaubliche Dinge geschehen. Als Beispiel deutete der Bischof an, daß sich eine
kontemplative Nonnengemeinschaft geschlossen der Tradition zugewendet habe.
© Titelbild: Dici.org