Dienstag, 26. Februar 2008 15:35
Die Richtung stimmt nicht: „Haben Sie schon einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert“.


Sieg der Frivolität
(kreuz.net) „Ich habe keinen Zweifel, daß der tridentinische Ritus die wahre Liturgie ist.“ Das erklärte
der Journalist Michele Mirabella (64) vor der italienischen Webseite ‘Papanews’.
Mirabella ist ein bekannter
TV-Präsentator im italienischen Staatsfernsehen. Er liebt auch die lateinische Sprache: „Ein frivoler
Modernismus hat dazu geführt, daß man in den vergangenen Zeiten die lateinische Sprache sogar in der
Kirche vernachlässigt hat“ – erklärt er.
Die Ausleger des Zweiten Vatikanischen Konzils seien mit dem
Anspruch aufgetreten zu rationalisieren, was man von Natur aus nicht rationalisieren könne:
„Darum haben
die Frivolität und die Tendenz zum Banalen zu häufig gesiegt, während im Alten Ritus alles nüchterner,
gereinigter, eleganter war.“
Für Mirabella ist die Liturgie Ordnung, Eleganz und Harmonie: „Das sind
Eigenschaften, die der Alte Ritus perfekt und vollständig bewahrt hat.“
Der Journalist hat beide Meßformen,
die alte lateinische und die Messe in der Nationalsprache gekannt: „Ich leugne nicht, daß ich die erste
vorziehe.“
Er sei persönlich davon überzeugt, daß der Priester zum Tabernakel, nach Osten, blicken
müsse: „Denn es ist Christus und nicht sein Diener, der das Volk Gottes leitet.“
„Haben Sie vielleicht
einmal einen General oder Anführer gesehen, der rückwärts marschiert“ – fragt Mirabelli den interviewenden
Journalisten.
Es gehe bei der Meßzelebration zum Tabernakel nicht darum, daß der Priester den Gläubigen
seinen Rücken zuwende. Sein Gesicht sei vielmehr der Ausstrahlung und Herrlichkeit Jesu Christi zugewandt:
„Das sage ich nicht als Frömmler, sondern als laizistisch denkender Mensch.“
Mirabella begreift auch
nicht, wie man den gregorianischen Choral nicht lieben kann.


Sieg des Banalen
Eine Lanze bricht er ferner für die lateinische
Sprache: „Es täuscht sich, wer behauptet, daß man aufgrund der lateinischen Kultsprache wenig versteht.“
Wenn das wirklich ein Problem wäre, könne man ja in den Schulen mehr Latein lernen:
„Die fromme alte
Frau von damals verstand vielleicht kein Latein. Aber sie nahm mit Glauben, Ehrlichkeit und Respekt dem
großen Geheimnis gegenüber an der Messe teil.“
Denn der Alte Ritus ist für sei Erhabenheit, Aufstieg
und Schönheit: „Wer ihn verurteilt, hat ihn nicht begriffen.“
Der Journalist verteidigt den Alten Ritus,
um den „vergänglichen und leeren“ Ideen entgegenzutreten, die sich nach dem Zweiten Vatikanum unter den
Gläubigen verbreitet haben:
„Außerdem ist die Übersetzung des Meßbuches in den neuen Sprachen, offen
gesagt, so farblos, häßlich und unelegant, daß es mir fast weh tut.“
Die Verwendung von Gitarren und
anderen unliturgischen Instrumenten im Gottesdienst hält Mirabella für eine „Gotteslästerung“:
„Ich
habe nichts gegen die Gitarre an sich, aber ich halte die improvisierten Konzerte während der Eucharistie
für eine Beleidigung des ästhetischen Geschmacks. Sie schränkten die Spiritualität ein.“
Das Motu
Proprio zur Freigabe der Alten Messe war für Mirabella ein „Akt der Gerechtigkeit und Freiheit“. Er fordert
Modernisten und Progressisten auf, tolerant zu sein und die anderen mehr zu respektieren.
Den Papst hält
der Journalist für einen „außerordentlichen Intellektuellen – eine Person mit einer riesigen Bildung“.
Ausdrücklich betont Mirabella, keine Vergleiche anstellen zu wollen.
Aber er sage jenen, die den verstorbenen
Johannes Paul II. zurecht loben, daß viele Dokumente dieses großen Papstes mit der wertvollen Hilfe
des damaligen Kardinal Joseph Ratzinger verfaßt worden seien.