Montag, 25. Februar 2008 20:06
Die Gründung eines Klosters der Pius-Benediktiner in Deutschland schreitet zügig voran. Die liberalen Bistumsverantwortlichen beschwören einen Ritenstreit. Andere sehen die Mönche schon beim Ziegenhüten.


Ein traditionalistischer Benediktinermönch beim Ziegenhüten.
(kreuz.net, Aachen) Lefebvristische Benediktinermönche aus der französischen Abtei Bellaigue werden
in rund drei Jahren auf dem
Gut Reichenstein das Klosterleben beginnen.
Das erklärte der deutsche Distriktsobere
Pater Franz Schmidberger, vor der ‘Kölnischen Rundschau’.
Gut Reichenstein gehört zur Stadt Monschau
im äußersten Westen Deutschlands. Es war bis zur Säkularisierung im Jahr 1802 ein Prämonstratenserkloster.
Kirchlich gehört es zum Bistum Aachen.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat das Gebäude von privaten
Besitzern übernommen. Der Kauf ist bereits notariell besiegelt.
Nach Angaben von Pater Schmidberger
sitzen die zukünftigen Benediktiner von Reichenstein mit der Pius-Bruderschaft „im selben Boot“.
Man
vertrete dieselbe theologische Ausrichtung. Der Distriktsobere nennt drei Beispiele: das Festhalten an
der Alten Messe, eine strikte Befolgung strenger Ordensregeln und die Ablehnung der praktizierten Ökumene:
„Wir stehen dadurch in einem gewissen Spannungsverhältnis zu Rom“ – so Pater Schmidberger.
Das Bistum
Aachen sieht das Spannungsverhältnis offenbar sehr drastisch. Es will in den nächsten Wochen in der
Stadt Monschau eine Informationsschrift verteilen lassen.
Darin sollen die Neugläubigen trotz Motu Proprio
darauf hingewiesen werden, daß kirchliche Handlungen wie Trauungen oder Taufen von den Lefebvristen angeblich
nicht nach dem „offiziellen katholischen Ritus“ vorgenommen würden.
Das erklärte der Pressesprecher
des Bistums vor der ‘Kölnische Rundschau’: Das Bistum wolle „Irritationen“ vermeiden.
Doch der Pfarrer
der drei umliegenden Gemeinden Kalterherberg, Höfen und Rohren, Hw. Karl Schnitzler, gibt Entwarnung:
„Mittlerweile hat sich das beruhigt.“
Ruhig wird es in den nächsten Jahren auch noch auf dem zukünftigen
Klostergelände bleiben.
Bevor die ersten Mönche einziehen, muß das Gut erst renoviert und ein Kreuzgang
errichtet werden.
Danach muß ein zusätzlicher Flügel angebaut werden, damit das Kloster schließlich
rund 25 Benediktiner Platz bieten wird.
Auf dem 37 Hektar großen Gelände soll dann vielleicht mit einer
Ziegenzucht begonnen werden – wußte die ‘Kölnische Rundschau’.