Montag, 25. Februar 2008 15:37
War nichts
Eine italienische Tageszeitung hat heute einen Kurienerzbischof zitiert und einen Katalog von angeblich bevorstehenden liturgischen Reformen veröffentlicht.
Artikel in 'La Stampa'
Artikel in ‘La Stampa’
(kreuz.net, Vatikan) Der Sekretär der Gottesdienst- kongregation, Erzbischof Albert Malcom Ranjith, hat einen Artikel dementiert, der heute morgen in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ erschienen ist.

Das berichtete die italienischsprachige Webseite von Radio Vatikan.

‘La Stampa’ hatte dem Erzbischof in den Mund gelegt, daß in Sachen Meßzelebration neue vatikanische Dokumente und Reformen im Anmarsch seien.

Der Artikel behauptet, daß der Vatikan plane, gegen liturgische Extravaganzen während der Messe „die Schrauben anzuziehen“.

Dabei sollten auch einige neue Praktiken wie zum Beispiel die Handkommunion revidiert werden.

Doch jetzt hat Mons. Ranjith erklärt, daß der Artikel Aussagen zusammenschneide, die von ihm in verschiedenen Kontexten geäußert worden seien.

Das habe zu einer unpassenden Darstellung geführt.

Erzbischof Ranjith
Erzbischof Ranjith
Der Erzbischof unterstrich, daß die gegenwärtige in den liturgischen Büchern enthaltenen Anweisungen zur Meßzelebration sowohl für Priester wie für Laien klar seien.

Darum seien in dieser Angelegenheit – anders als im Artikel unterstellt – keine weiteren Erklärungen vorgesehen.

Er wünsche sich, so Mons. Ranjith, daß die existierenden Normen und Anweisungen regulär angewendet und die Eucharistie mit Andacht, Ernst und Würde zelebriert werde.

Der von Erzbischof Ranjith kritisierte Artikel stammt von Giacomo Galeazzi. Er wurde heute morgen auf der Webseite von ‘La Stampa’ online gestellt.

Der Beitrag steht unter dem Titel „Die Predigt ist keine Show“ und stellt Mons. Ranjith als „engen Mitarbeiter von Joseph Ratzinger“ vor.

In dem Artikel werden mehrere Maßnahmen erwähnt, die der Vatikan durchzusetzen plant: Kniebeugen vor dem Allerheiligsten, Predigten, die nicht länger sind als zehn Minuten sind und sich an das Tagesevangelium halten, die Einführung der knienden Mundkommunion, das Verbot von Formeln und Riten, die von Priestern erfunden und dem Lehramt untreu sind.

Außerdem würden die Kniebänke wieder „in die Kirche zurückkehren.“

Der Artikel begründet diese angeblichen Reformpunkte mit Zitaten von Mons. Ranjith. Doch dieser hat offensichtlich gar nicht persönlich mit der Zeitung gesprochen.
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