Montag, 25. Februar 2008 17:47
Ein deutscher Rabbiner hat seine Teilnahme am Deutschen Katholikentag in Osnabrück abgesagt. Angesichts der Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden sei eine Gastfreundschaft zwischen Juden und Katholiken unmöglich.


Rechts: Rabbiner Homolka.
(kreuz.net) Der Rektor des Abraham-Geiger Kollegs an der Universität Potsdam, Rabbiner Walter Homolka
(43), hat seine Teilnahme am Deutschen Katholikentag 2008 in Osnabrück abgesagt. Homolka ist ein führender
Rabbiner der Weltunion für progressives Judentum.
Der Rabbiner begründet seine Absage damit, daß Papst
Benedikt XVI. eine Neufassung der Karfreitagsfürbitte zur Bekehrung der Juden für die Alte Messe genehmigt
habe.
Im Umfeld von Karfreitag und Ostern bitte die Kirche „wieder“ für die Erleuchtung der Juden, damit
sie Jesus als Messias erkennen – erklärte Homolka richtig.
„Das ist nach der Schuld, die die katholische
Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat, völlig
unangemessen und muß auf das schärfste zurückgewiesen werden“ – diffamiert er weiter.
Es sei in diesem
Klima unmöglich, einander unbefangen zu besuchen und miteinander Gastfreundschaft zu pflegen.
Unter
diesen Voraussetzungen sehe er keinen Sinn darin, eine katholisch-jüdische Gemeinschaftsfeier zu begehen,
über das Judentum zu sprechen oder miteinander Texte des Neuen Testaments zu lesen:
„All das setzt eine
Basis des Vertrauens voraus, die ich im Augenblick für mich leider nicht mehr gegeben sehe“.
Ähnliche
Reaktionen kamen auch aus den Vereinigten Staaten.
Rabbiner Alan Brill, Mitarbeiter am Institut für
jüdisch-christliche Studien an der katholischen ‘Seton Hall Universität’ im US-Bundesstaat New Jersey
sieht in der neu verfaßten Karfreitagsfürbitte gar ein Anzeichen, daß „das Ende der Ära von Johannes
Paul II., das Ende der Versöhnung“ gekommen ist.