Donnerstag, 28. Februar 2008 18:39
Auf Dauer wird die lateinische Kirche nicht mit zwei Riten leben wollen: Ist das Motu Proprio der Anfang des Endes des Novus Ordo? Worte eines Pfarrers.


Alte Messe in Kansas City, Missouri.
(kreuz.net) Die Entscheidung des Papstes, den Alten Ritus freizugeben, ist vermutlich ein Ereignis von
großer Bedeutung.
Das erklärt
Hw. Henrik Jolie auf der Webseite der von ihm geleiteten Pfarrei Sankt
Michael in Mühltal in der Diözese Mainz.
Der Heilige Vater habe mit der Freigabe des Alten Ritus Weichen
gestellt, die das liturgische Leben der Kirche nachhaltig verändern würden.
Pfarrer Jolie geht davon
aus, daß die Kirche des Westens auf Dauer nicht mit zwei Riten leben will: „Eine »Reform der Reform« –
Reform des Neuen Ritus auf dem Hintergrund des Alten Ritus – ist möglicherweise das Fernziel.“
Das habe
der Papst in seinem Motu proprio ‘Summorum Pontificum’ und in zahlreichen Schriften selber angedeutet:
„Sicher ist aber auch, daß – zumindest nach menschlichem Ermessen – diesbezüglich noch viel Zeit vergehen
wird.“
Es sei vorgesehen, daß Alter und Neuer Ritus bis zu diesem Zeitpunkt nebeneinander fortbestünden:
„Eine Vermischung ist nicht sinnvoll und auch nicht erlaubt.“
Das bedeutet zum Beispiel, daß es im Alten
Ritus nur männliche Ministranten und nur die Mundkommunion gebe: „Dies ist auch so beizubehalten, sofern
der Papst oder die verantwortliche Kommission ‘Ecclesia Dei’ nicht anders entscheiden.“
Dem einzelnen
Pfarrer stehe hier keine anderslautende Entscheidung zu.
Hw. Jolie lädt seine Pfarrkinder ein, die Schönheit
des Alten Ritus kennenzulernen. Dazu veranstaltet seine Pfarrgemeinde am 1. März im Pfarrsaal um 15.00
Uhr einen Vortrag über die Bedeutung der Alten Messe.
Im Anschluß daran können sich die Ministranten
in der Kunst des Alten Ritus üben.
© Bild: Joe Brad, CC