Donnerstag, 28. Februar 2008 14:10
Das Land ist lutheranisch und die Katholiken sind wenige. Trotzdem hat das Motu Proprio auch die Dänen erreicht. Von Jacob Schwartz.


Alte Messe in Kopenhagen
(kreuz.net) Mit großer Freude und Genugtuung hat die dänische Hauptstadt Kopenhagen am Sonntag, dem
3. Februar, die ersten Früchte des päpstlichen Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ geerntet.
Aufgrund
eines Antrags von vierzig Katholiken bei der Pfarrei Herz-Jesu wird die Heilige Messe im Alten Ritus dort
zukünftig an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat gefeiert.
Die Herz-Jesu-Pfarrei liegt in der
Stadtmitte von Kopenhagen.
Angesichts der extremen Diasporasituation der dänischen Katholiken – von
den fünf Millionen Einwohnern des Landes sind nur 30.000 katholisch – ist das ein bemerkenswerter Erfolg.
Zelebrant der Messe ist Hw. Michael Hornbech-Madsen. Er ist Diözesanpriester und Kaplan an der Herz-Jesu
Kirche.
Bischof Czeslaw Kozon von Kopenhagen hat ihn seit 2003 mit der regelmäßigen Feier der Alten
Messe beauftragt.
Die Herz-Jesu-Gemeinde entstand, nachdem die dänische Verfassung im Jahre 1849 geändert
worden war. Die neue Verfassung garantierte allen Bürgern Glaubens- und Gewissensfreiheit. Damit begann
die katholische Kirche ihre Mission im Land.
Als der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahre
1872 die Jesuiten in Deutschland verbot, verstärkte sich die Missionstätigkeit in Dänemark noch.
Denn
viele ausgewiesene deutsche Jesuiten fanden den Weg ins Land. Mit der Unterstützung dieser Ordensleute
und der römischen Kongregation für die Glaubensverbreitung begannen sie den Aufbau des Katholizismus
in Dänemark.
Ein großer Schritt in dieser Entwicklung war die Einweihung der Herz-Jesu Kirche in der
Stadtmitte von Kopenhagens im Jahre 1895. Diese Kirche wurde zu einem bedeutenden Zentrum der Mission
für die Gesellschaft Jesu.
Im Jahre 1941 wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche erhoben. Die Pfarrei wird
bis heute von Jesuiten betreut.
Der Antrag für eine Alte Messe wurde an die Herz-Jesu-Kirche gerichtet,
weil die Tradition der lateinischen Kirchensprache und des gregorianischen Chorals dort stets gepflegt
wurde.
Außerdem wirkt der Zelebrant der Alten Messe schon über zehn Jahre als Kaplan in dieser Pfarrei.
Die erste Heilige Messe nach den Bestimmungen von ‘Summorum Pontificum’ zelebrierte er am Fest Maria
Lichtmeß.
Denn aufgrund einer allgemeinen Dispens ist es in der Diaspora erlaubt, die meisten Feiertage,
die auf einen Wochentag fallen, am darauffolgenden Sonntag nachzufeiern.
Die erste Meßfeier nach den
Normen des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ zog sechzig Gläubige an. Sie begann um 18.00 Uhr. Der Gottesdienst
wurde von einer fünfköpfigen Schola begleitet.
Es handelt sich um die Schola Caeciliana aus Kopenhagen.
Sie steht unter der Leitung von Dr. Michael Chesnutt. Gesungen wurden die gregorianischen Meßgesänge
zum Fest.
Die Messe bildete den Höhepunkt und die Frucht einer über zehnjährigen Anstrengung von Katholiken
in Kopenhagen.
Denn nach der Einführung der Novus Ordo im Jahre 1969 verschwand die alte Meßliturgie
in Dänemark – wie im Rest der Kirche – vollständig aus dem kirchlichen Leben.
Aufgrund der Initiative
einer kleinen Gruppe junger Gläubiger wurde sie aber in Kopenhagen im Jahre 1996 erneut gefeiert.
Die
jungen Gläubigen waren im Neuen Ritus oft mit zahlreichen Zelebrationsvarianten konfrontiert. Deshalb
suchten sie in der Vergangenheit nach einer Orientierungshilfe.
Durch gelegentliche Besuche von Priestern
der Petrusbruderschaft wuchs das Interesse für die Alte Messe und die kleine Gruppe vermochte sich auszudehnen.
Mit ‘Summorum Pontificum’ hat sich die Messe der Jahrtausende jetzt endgültig im Lande etabliert.