Donnerstag, 28. Februar 2008 16:23
Zwei Pfarreien in der Diözese Linz haben die Aufgabe der priesterlichen Ehelosigkeit gefordert. Der zuständige Ortsbischof reagiert auf die aufsässigen Funktionäre prompt und mit Wohlwollen.


Der Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz
(kreuz.net, Linz) In der nach links abgedrifteten Diözese Linz in Oberösterreich fordern gleich mehrere
Pfarreien die Einführung der Priesterehe.
Der Pfarrgemeinderat der 1000 Seelen Gemeinde Dorf an der
Pram äußerte sich diesbezüglich in einem Brief an den Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz. Das berichtete
die Lokalzeitung ‘Rieder Rundschau’.
Die Pfarrfunktionäre fordern den Diözesanbischof auf, sich in
der Bischofskonferenz für die Priesterehe einzusetzen:
Der zunehmende angebliche
Priestermangel sei
zu einem Gutteil hausgemacht. Es gäbe für das Amt genug berufene Leute.
Scheitern würde es in sehr
vielen Fällen „nur“ am Zölibat – zitiert die ‘Rieder Rundschau’ die Mitteilung des Pfarrgemeinderates.
In der Gegend gäbe es nicht wenige Priester, die „aus zölibatären Gründen“ ihren Dienst nicht wieder
aufnehmen könnten.
Der Obmann des Pfarrgemeinderates, Helmut Schneiderbauer, glaubt, daß „jeder“ Priester
kenne, die heimlich mit einer Konkubine lebten. Wenn ein Priester aber „ehrlich“ sei und „seine Lage“
bekenne, werde er bestraft und müsse gehen.
Der Pfarrgemeinderat von Dorf an der Pram hat bereits im
Herbst 2007 beschlossen, dem Bischof zu schreiben.
Pfarrgemeinderatsobmann Schneiderbauer dementierte
ein Gerücht, daß der Brief mit einem im September bevorstehenden Pfarrerwechsel zusammenhänge.
Er
glaubt, daß, „wenn wir so weitermachen, der Karren irgendwann zum Stehen“ komme.
Schneiderbauer überschätzt
offenbar sein Amt: „Wenn das Kirchenvolk und der Pfarrgemeinderat solche Leute für geeignet halten, Dienst
in der Kirche zu versehen, frage ich mich, warum nicht?“
Bischof Schwarz reagierte sogleich auf den Protest.
Er ließ ausrichten, den Zölibat bei der Bischofskonferenz im März ansprechen zu wollen.
Schneiderbauer
erklärt dazu, daß das schon öfter versprochen worden sei: „Aber wer weiß?“
Ihm geht es darum, zu
vermitteln, was „die Basis“ denke. Zugleich möchte er andere Pfarren ermutigen, dasselbe zu tun.
Dazu
bot die jüngste Ausgabe der Linzer ‘Kirchenzeitung’ Platz.
In dem Blatt fordert auch der Pfarrgemeinderat
von Schwertberg im nördlichen Mühlviertel „mutige Schritte für eine verantwortungsvolle Entwicklung
der Seelsorge“.
Das Gremium verfaßte ebenfalls einen offenen Brief an Bischof Schwarz.
Die derzeit
gängige Praxis, vakant werdende Stellen einfach dem Nachbarpfarrer „umzuhängen“, sei nicht sinnvoll.
Die Pfarrei Schwertberg wird von einem 37jährigen Priester, Hw. Thomas Lechner, betreut.
Der Geistliche
freute sich, daß Mons. Schwarz den Brief umgehend beantwortet und dem Pfarrgemeinderat ein Gespräch
versprochen hat.
© Titelbild: Pressefoto DonBosco.at