Donnerstag, 28. Februar 2008 21:51
Der Gründer von Le Barroux ist tot
Er wollte nichts anderes, als der Benediktusregel treu zu bleiben. So entstand ein Bollwerk der Tradition. Heute ist seine Seele vor den Richterstuhl Gottes getreten.
Dom Gerard Calvet
Dom Gerard Calvet
(kreuz.net, Barroux) Der Gründer der altgläubigen Benediktiner von Le Barroux, Dom Gerard Calvet, ist heute Donnerstag achtzigjährig verstorben. Er erlag einer Herzattacke. Die Beerdigung findet am 3. März statt.

Biographie und Klostergründung
Pater Calvet erblickte am 18. November 1927 in Bordeaux das Licht der Welt. 1950 trat er bei Benediktinerin in Madiran – 160 Kilometer südlich von Bordeaux in den Pyrenäen – ein.

Das Kloster übersiedelte nach Tournay – fünfzig Kilometer Richtung Süden. Hier legte Pater Calvet im Februar 1951 seine ersten Gelübde ab.

Am 13. Mai 1956 empfing er die Priesterweihe.

In den nachkonziliaren Wirren und angesichts des rapiden Verfalls des Ordens- und Mönchsleben wollte der Pater sein monastisches Leben weiterführen.


1970 bekam er die Erlaubnis, sich in der Ortschaft Bédoin in den französischen Alpen als Einsiedler zurückzuziehen. Er las die Alte Messe, das lateinische Offizium, betete und arbeitete in der Stille.

Schon im August 1970 meldete sich ein Postulant und erklärte: „Pater, ich will Mönch sein.“

„Hier, das ist unmöglich. Ich habe nichts, um Sie aufzunehmen“ – antwortete Pater Calvet.

Der junge Mann insistierte. Am 15. November kam er zurück.

Bald bildete sich eine kleine Gemeinschaft, die siebenmal am Tag und einmal in der Nacht Gottes Lob auf Lateinisch erklingen ließ.

Im Jahr 1971 begannen die jungen Mönche, das verfallene Priorat in Bédoin aufzubauen.

Drei Jahre später, im Juli 1974, spendete der damals von Rom noch nicht suspendierte Erzbischof Marcel Lefebvre die ersten Priesterweihen.

Dann intervenierte der Abt von Dom Gerard. Er wollte das gerade geborene Kloster schließen. Die Mönche erhofften sich aus dem Vatikan eine Lösung. Doch sie mußten 15 Jahre lang warten.

In dieser Zeit entwickelte sich die junge Gemeinschaft unter den Fittichen der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Im Januar 1977 wurde das Kloster zu klein. Die Gemeinschaft kaufte ein Grundstück in der südfranzösischen Ortschaft Barroux. Mit Spendengeldern begannen sie einen Klosterbau.

1979 gründeten vier junge Mädchen um die Benediktinernonne Mutter Elisabeth einen weiblichen Zweig der Gemeinschaft. Sie wollten wie die Männer die „Erfahrung der Tradition“ wagen.

Im Jahr 1981 übersiedelten die Mönche endgültig von Bédoin nach Barroux. Das Leben war dürftig. Es gab keine Heizung, keine Elektrizität und für die Novizen nur Schlaflager.

1986 erhob sich die erste Mauer der Klosterkirche.

Im Juni 1989 kurz nach den vier vom Vatikan nicht erlaubten Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre wandte sich das Kloster an den Vatikan und wurde von der Kommission ‘Ecclesia Dei’ kanonisch errichtet.

Am 2. Juli 1989 weihte der ehemalige Genralabt der Benediktiner und damalige Präsident der neugegründeten päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, Augustin Kardinal Mayer, Dom Gerard zum Abt.

Im Oktober desselben Jahres wurde die Klosterkirche eingeweiht.

1990 empfing Papst Johannes Paul II. die Benediktiner. Er bat sie um Gebet für die Versöhnung mit den Lefebvristen.

Fünf Jahre später besuchte der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, das altgläubige Kloster. Beim Betrachten der zahlreichen Einzelmessen in den früheren Morgenstunden rief er aus: „Das ist die katholische Kirche“.

Im November 2002 platzte das Kloster aus allen Nähten, und die Mönche gründen in Frankreich ein Tochterkloster.

Eine weitere Tochtergründung des Klosters in Brasilien blieb bei der Priesterbruderschaft St. Pius X.
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