Montag, 3. März 2008 12:36
Heute findet im Forschungsausschuß des deutschen Bundestags eine Anhörung zum Stammzellgesetz statt. Sie kommt einer Mißachtung des Parlaments gleich. Von Mechthild Löhr.


Symbolfoto
(kreuz.net) Unter unangemessenem Zeitdruck findet heute eine Anhörung des Ausschusses für Bildung, Forschung
und Technik- folgenabschätzung des Bundestages statt.
Dabei sollen Experten ihre Sicht zu einer Änderung
des Stammzellgesetzes darlegen sollen.
Die Hektik, die von den Verantwortlichen der Großen Koalition
dabei an den Tag gelegt wird, ist beispiellos und eine Mißachtung des Parlaments:
Von zwölf eingeladenen
Experten haben in Anbetracht einer äußerst kurz bemessenen Frist nur fünf bisher eine schriftliche
Stellungnahme vorgelegt, welche den Abgeordneten am Freitag nachmittag (!) übermittelt wurden.
Diese
sollten sich nun über das Wochenende mit 77 Seiten Ausführungen der Experten zur Stammzellforschung
auseinandersetzen.
Wer die Beratung schwieriger Sachfragen so betreibt, braucht sich über Politikverdrossenheit
nicht zu wundern.
Eine Anhörung im Schweinsgalopp wird dem Thema Stammzellforschung nicht gerecht.
In der Sache besteht weder Eile noch Handlungsbedarf: In Deutschland ist Grundlagenforschung mit Stammzellen –
auch und gerade mit den erst vor kurzem entdeckten iPS-Zellen – möglich.
Deutschland ist führend bei
der Entwicklung von Therapien mit adulten Stammzellen, etwa beim Herzinfarkt.
Wir brauchen keine weiteren
Importe embryonaler Stammzellen, sondern mehr Geld für die Forschung mit adulten Stammzellen.
So können
wir in Deutschland, ohne Embryonen zu zerstören, weitere Therapien entwickeln – zum Wohle der Patienten.
Die Verfasserin ist Bundesvorsitzende der ‘Christdemokraten für das Leben’.© Titelbild: Flickr-Benützer
„loungerie“, CC