Mittwoch, 3. November 2004 08:16
Wie schon in Salzburg fordern die Sozialisten jetzt auch in Tirol einen Abtreibungsarzt für jedes Krankenhaus. Wer rot sagt, sagt Tod.

(kreuz.net, Innsbruck) Die sozialistische Abgeordnete im Tiroler Regionalparlament (Landtag), Gabi Schiessling,
fordert, daß die Abtreibung auch in den Spitälern Tirols eingeführt werde. Deshalb verlangt sie einen
Abtreibungsarzt in jedem Spital. Außerdem soll die umstrittene Abtreibungspille Mifegyne (RU 486) in
den Tiroler Kliniken angeboten werden.
Kritik kommt von der christdemokratischen Gesundheitsrätin Elisabeth
Zanon (ÖVP). Ihr Amt verlange von ihr, „alles [zu] tun, um ungeborenes Leben zu schützen“, meint Frau
Zanon. Sie fordert eine Statistik über die Zahl der Abtreibungen und eine Erforschung der Motive der
betroffenen Frauen.
Die Grüne Frauensprecherin Uschi Schwarzl behauptete, daß die Abtreibungszahlen
durch preisgünstige Verhütung und Liberalisierung der Bedingungen rückläufig seien.
Diese Aussage
gilt selbst bei militanten Abtreibern als umstritten. Anne van Lancker, Sozialdemokratin und Abgeordnete
zum Europäischen Parlament, berief sich auf die Statistiken als sie beim 6. FIAPAC Kongress in Wien Mitte
September folgendes sagte: Jede Regelung der Abtreibung stelle eine Hürde für die Frau dar und senke
deshalb die Abtreibungszahlen. FIAPAC ist die „Internationalen Vereinigung von Fachkräften und Verbänden
zu Schwangerschaftsabbruch und Kontrazeption“.
In Österreich darf an öffentlichen Krankenhäusern in
Tirol, Salzburg und Vorarlberg nicht abgetrieben werden. Im Land Salzburg kämpft die sozialistische Landeshauptfrau
(Regierungspräsidentin), Gabi Burgstaller, seit Monaten gegen diese Regelung an und hat damit eine österreichweite
Diskussion über die Abtreibung entfacht.