Sonntag, 9. März 2008 11:12
Schwerer Konflikt beim päpstlichen Wachpersonal
Mitte dieser Woche kündigte der Oberst der Schweizergarde seinen Rücktritt an. Der Grund für diesen spektakulären Schritt ist ein vatikanischer Machtkampf der Italiener gegen die Schweizer.
Das Päpstliche Wachpersonal
Das Päpstliche Wachpersonal
(kreuz.net, Vatikan) Am vergangenen Mittwoch hat der Kommmandant der Schweizergarde im Vatikan, Elmar Theodor Mäder (44), seinen Rücktritt angekündigt.

Mäder war zehn Jahre lang Vizekommandant der kleinsten Armee der Welt und fünf Jahre lang ihr Kommandant im Grad eines Obersten.

Die US-Tageszeitung ‘Washington Times’ nannte jetzt den Grund für Mäders vorzeitigen Abgang.

Seit den 80er Jahren wird die Schweizergarde immer mehr vom zweiten Wachkorps, der vatikanische Gendarmerie, die auf die Protektion einflußreicher italienischer Prälaten im Staatssekretariat zählen kann, aus ihren Aufgabenbereichen verdrängt.


Die Gendarmerie existiert seit 1970 als zivile Polizeieinheit. Sie übt im Vatikan die Funktion einer Staats-, Justiz- und Verkehrspolizei aus und umfaßt 130 bis 150 Mann.

Ihr interner Kampf gegen die Schweizergarde dauert schon seit den 80er Jahren.

Bei Auslandsreisen und Pastoralbesuchen in Rom drängen sich die Gendarmen bei der Beschützung des Papstes gegenüber der Schweizergarde mehr und mehr in den Vordergrund.

Nun hat der vatikanische Staatsekretär Tarcisio Kardinal Bertone vorgeschlagen, die von ihm protegierten Gendarmen sogar in die Bewachung des Apostolischen Palastes einzubeziehen.

Bisher wurden die Gemächer des Papstes ausschließlich von Schweizer Gardisten beschützt.

Die ‘Washington Times’ weiß auch Details zur persönlichen Situation des Kommandaten der Schweizergarde.

Im Hinblick auf den Ablauf seiner Amtszeit wartete er vergeblich darauf, daß die zuständigen Stellen im Staatssekretariat ihn um eine Verlängerung seiner Amtszeit gebeten hätten. Darum entschied er sich, das Handtuch zu werfen.

Schon seit den späten 80er Jahren ist die Stimmung in der Schweizer Garde wegen der sich vordrängenden Italiener und wegen den Intrigen aus dem von Italienern dominierten Staatssekretariat schlecht.

Nach der Wahl von Benedikt XVI. hatte man in der Garde – offenbar vergeblich – gehofft, daß der Papst persönlich einschreiten würde, um das Zurückdrängen der Schweizergarde aufzuhalten.

Gardenintern gibt es jetzt die Hoffnung, daß wenigstens der spektakuläre Rücktritt von Oberst Mäder den Papst auf den schwelenden Konflikt aufmerksam werden läßt.

Die Schweizer Garde ist aus dem Vatikan nicht wegzudenken
Die Schweizer Garde ist aus dem Vatikan nicht wegzudenken
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