Donnerstag, 13. März 2008 15:33
Mitte Februar hat der Pfarrer einer Großpfarrei im Bistum Essen sein Amt aufgegeben. Offenbar blieb ihm vor lauter Verwaltung für die Seelsorge immer weniger Raum.


Der Wirkort des Pfarrers: nicht mehr die Kirche, sondern der runde Tisch.
(kreuz.net, Gelsenkirchen) Schlechte Nachricht für die
Pfarrei Sankt Joseph in Gelsenkirchen- Schalke
im Bistum Essen.
Der dortige Pfarrer, Hw. Rainer Gessmann, hat Mitte Februar angekündigt, sein Amt aufgeben
zu wollen.
Die Pfarrei Sankt Joseph in Schalke umfaßt ungefähr 18.500 Gläubige mit den vier Gemeindekirchen
St. Joseph, Heilige Dreifaltigkeit, Sankt Antonius und Sankt Elisabeth.
„Am vergangenen Wochenende habe
ich dem Kirchenvorstand der Pfarrei und der Gemeinde Sankt Joseph mitgeteilt, daß ich meinen Dienst als
Pfarrer von Sankt Joseph im Juli 2008 beenden werde“ – so der Geistliche wörtlich in einem Brief an die
Teilgemeinde Sankt Antonius.
Sein Entscheid habe bei einigen „Betroffenheit und Erstaunen“ ausgelöst –
erklärt der Pfarrer weiter.
Er sei seit nunmehr dreißig Jahren gerne Seelsorger und Pastor gewesen.
Gerne sei er auch zusammen mit den Gläubigen auf dem Weg zur Großpfarrei Sankt Joseph gegangen:
„Ich
habe sowohl im Pastoralteam als auch in den Gemeinden Unterstützung und vor allem gute Weggemeinschaft
erfahren.“
Dann kommt der Priester zum Punkt:
„Doch alle Veränderungen in meinem Dienst als Pfarrer
der »Großpfarrei« Sankt Joseph mit sehr vielen Sitzungen, Terminen, Organisations- und Verwaltungsfragen
ließen mich immer wieder spüren, wie sehr das Eigentliche von Seelsorge, wie ich es mir für meinen
Dienst vorstelle, immer weniger Raum hat.“
Daher bat Hw. Gessmann den Bischof von Essen, Mons. Felix
Genn, ihn von der Aufgabe des Pfarrers zu entpflichten und ihm eine Sabbatzeit von drei Monaten zu gewähren,
in der er seinen weiteren Weg bedenken könne:
„Für das Verständnis des Bischofs bin ich sehr dankbar,
ebenso für seine Zusage, möglichst bald einen neuen Pfarrer für Sankt Joseph zu ernennen, damit in
Schalke nach meinem Wechsel nicht eine längere Übergangszeit ohne Pfarrer entsteht.“
© Titelbild:
Jonas K., CC