Freitag, 14. März 2008 09:25
Chiara Lubich gestorben
Gestern abend rief Gott die Gründerin der Fokolarbewegung vor seinen Richterstuhl. Sie wollte dem Frieden und der Einheit dienen.
(kreuz.net, Rom) Die Gründerin der Fokolarbewegung, Frau Chiara Lubich (88), ist am Donnerstag abend in Rom verstorben.

Am Morgen ließ sie sich auf eigenen Wunsch vom Krankenhaus in ihr Fokolar in Rocco di Papa bei Rom bringen, um ihr Leben im Kreis ihrer Freunde zu beschließen.

Frau Lubich verbrachte die letzten dreißig Tage wegen Atemproblemen in der römischen Gemelli-Klinik. Papst Benedikt XVI. hatte ihr noch diese Woche einen persönlichen Brief geschrieben und sie seines Gebetes versichert.

Biographie

Chiara Lubich erblickte am 22. Januar 1920 in Trient das Licht der Welt. Ihre Eltern tauften sie auf den Namen Silvia. 1943 trat sie im Dritten Orden der Franziskaner ein und wählte den Namen Chiara.

Die Mutter der Verstorbenen war eine gläubige Katholikin ihr Vater dagegen ein gottloser Sozialist.

1938 wurde Frau Lubich Volksschullehrerin und unterrichtete in verschiedenen Dörfern. Schließlich begann sie in Venedig das Philosophiestudium, mußte es aber wegen des Zweiten Weltkriegs abbrechen.

Auf dem Hintergrund der Kriegserlebnisse gründete sie 1943 die Fokolarbewegung, eine ökumenische Laienbewegung innerhalb der katholischen Kirche. Bis zu ihrem Tod blieb sie Präsidentin der Vereinigung.

Die von Chiara Lubich gegründete Bewegung arbeitet besonders für den Ökumenismus und den interreligiösen Dialog.

„Ihre Ursprünge liegen in der katholischen Kirche, doch engagieren sich in der Bewegung inzwischen Christen aller Kirchen.“ – erklärt die Vereinigung auf ihrer Homepage.

Die Fokolare fühlen sich auch anderen Religionen und nicht-religiösen Weltanschauungen verbunden.

Innerkirchlich gehört die Fokolarbewegung zu den neokonservativen Strömungen des linken Spektrums.

© Bild: Finizio, CC
Copyright © 2008 kreuz.net