Freitag, 18. Februar 2005 18:31
Seiner berühmten Enzyklika „Quanta cura“ fügte der selige Papst Pius IX. († 1878) achzig Sätzen bei, die eine Sammlung übelster Irrtümer enthalten. Diese Sammlung wurde unter
dem Namen „Syllabus“ bekannt. Im folgenden finden sich einige besonders abstoßende Ketzereien.

Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion anzunehmen und zu bekennen, die man, vom Lichte der Vernunft
geführt, für wahr erachtet.
Die Menschen können im Kult jedweder Religion den Weg zum ewigen Heil
finden und das ewige Heil erlangen.
Wenigstens muß man gute Hoffnung für das ewige Heil all jener hegen,
die sich überhaupt nicht in der wahren Kirche Christi befinden.
Der Protestantismus ist nichts anderes
als eine unterschiedliche Form derselben wahren christlichen Religion in der es ebenso wie in der katholischen
Kirche möglich ist, Gott zu gefallen.
Die Kirche ist keine wahre und vollkommene Gesellschaft, die völlig
frei ist. Sie verfügt auch nicht über ihre eigenen und beständigen Rechte, die ihr von ihrem göttlichen
Gründer übertragen wurden, sondern es ist Aufgabe der bürgerlichen Gewalt, festzulegen, welches die
Recht der Kirche und die Grenzen sind, innerhalb derer sie diese Rechte ausüben kann.
Die kirchliche
Gewalt darf ihre Autorität nicht ohne die Erlaubnis und Zustimmung der bürgerlichen Regierung ausüben.
Die Kirche hat nicht die Vollmacht, dogmatisch zu definieren, daß die Religion der katholischen Kirche
die einzig wahre Religion sei.
Die Lehre derer, die den Römischen Pontifex mit einem freien und in der
gesamten Kirche handelnden Fürsten vergleichen, ist eine Lehre, die im Mittelalter vorherrschte.
Zur
Teilung der Kirche in eine östliche und eine westliche haben allzu willkürliche Entscheidungen der Römischen
Päpste beigetragen.
Die Lehre der katholischen Kirche widerstreitet dem Wohl und den Vorteilen der menschlichen
Gesellschaft.
In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang.
Von Katholiken
kann jene Art von Jugendbildung gebilligt werden, die vom katholischen Glauben und von der Vollmacht der
Kirche losgetrennt ist und die ihr Augenmerk lediglich oder auch nur in erster Linie auf die Naturwissenschaft
und die Ziele des irdischen gesellschaftlichen Lebens richtet.
Die Kirche ist vom Staat und der Staat
von der Kirche zu trennen.
Über die Vereinbarkeit der zeitlichen Herrschaft mit der geistlichen sind
sich die Söhne der christlichen und katholischen Kirche uneins.
In unserer Zeit ist es nicht dienlich,
die katholische Religion als die einzige Staatsreligion zu haben und alle übrigen Formen der Gottesverehrung
auszuschließen.
Der Römische Pontifex kann und soll sich mit dem Fortschritt, mit dem Liberalismus
und mit der modernen Kultur versöhnen und anfreunden.