Freitag, 14. März 2008 18:19
Von Johannes Paul II. gefördert
Ein Physiker und katholischer Priester hat kürzlich die mit der höchsten Preissumme dotierte wissenschaftliche Auszeichnung erhalten.


Der diesjährige Templeton-Preisträger, Hw. Michal Heller (mit Krawatte).
(kreuz.net) Hw. Michal Heller (72) wird den diesjährigen Templeton Preis erhalten. Die Auszeichnung ist
mit 1.7 Millionen Dollar dotiert.
Der Preis wird dem Priester im Mai in einer Zeremonie im Buckingham
Palast in London von Prinz Philip ausgehändigt. Das kündigte die Stiftung an, die den Preis seit 1973
verleiht.
Hw. Heller ist ein Physiker und Priester der Diözese Tarnów. Er hat über die Ursprünge
des Universums und das Verhältnis zwischen Religion und Wissenschaft publiziert.
Der ihm verliehene
Preis wurde vom in den USA geborenen Investor und Philanthropen John Templeton (95) gestiftet.
Templeton,
ein bekennender Presbyterianer, setzte das Preisgeld gezielt höher an als der besser bekannte Nobelpreis,
um zu unterstreichen, daß der Nutzen geisteswissenschaftlicher Studien höher ist als der anderer menschlicher
Bemühungen.
Im diesjährigen Preisträger ehrt die Stiftung einen Wissenschaftler, der in seinen Studien
zwischen den Bereichen des Spirituellen und der Physik, Mathematik, Kosmologie, Philosophie und Geschichte
hin und her wechseln kann.
„Mein Hauptlaster besteht darin, daß ich an so vielem interessiert bin“ –
erklärte Hw. Heller in einem Interview mit der Tageszeitung ‘Ottawa Citizen’: „Darum verzetteln sich
meine Talente, insofern ich solche habe, leicht.“
In den vergangenen Jahren hat sich Hw. Heller mit der
Quantenmechanik, der allgemeinen Relativität, dem historischen Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und
Religion, der Grundlegung der Physik und der Evolution des Universums befaßt.
Der Geistliche, der außerhalb
von Polen wenig bekannt ist, hat er dreißig Bücher und ungefähr 400 Artikel verfaßt.
Hw. Heller wurde
1936 in der Stadt Tarnów – achtzig Kilometer östlich von Krakau – geboren. Er entstammte einer religiösen
Familie mit fünf Kindern. Zuhause herrschte eine intellektuelle Atmosphäre.
Im Jahr 1959 wurde er zum
Priester geweiht und war zunächst in verschiedenen Pfarreien tätig. Danach wandte er sich seinen Studien
zu. Der spätere Papst Johannes Paul II. lud den Gelehrten ein, um über seine Disziplin zu diskutieren.
Lange Jahre seiner wissenschaftlichen Tätigkeit wurden durch die kommunistische Diktatur in Polen behindert.