Wenige Wochen nach dem Tod des Gründers der Diener Jesu und Mariens ist es in Neu-Ulm zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Von Maria Werther.
Singewettstreit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas in Neu-Ulm
(kreuz.net) In Neu-Ulm gab es erneut Kampfhandlungen. Am 8. März 2008 traf sich dort die ‘Katholische
Pfadfinderschaft Europas’ zu ihrem sechsten Singe- und Instrumentalwettstreit.
Die Veranstaltung fand
im Edwin-Scharff-Haus, einem Kultur- und Kongreßzentrum am Donauufer in Neu-Ulm, statt. Die Stadt gehört
zur Diözese Augsburg.
Das Singen ist den katholischen Pfadfindern Europas nicht vergangen – auch nicht
nach dem völlig überraschenden Tod ihres Gründers, Pater Andreas Hönisch SJM, am 25. Januar.
Die
Bundesmeisterin der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’, Edeltraut Wessler, erinnerte in ihrer Eröffnungsansprache
an den verstorbenen Geistlichen: Pater Hönisch sei in den Herzen der Teilnehmer anwesend und sehe wahrscheinlich
von oben zu.
Der Geistliche war über 32 Jahre Bundeskurat der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’
und Initiator des musikalischen Wettstreites. Darum stand der Anlaß im Zeichen des Gedächtnisses an
ihn. Auf der Bühne war ein großes Bild des Verstorbenen aufgestellt.
Durch das über fünf Stunden
dauernde Programm führte Günther Walter, der 1976 zusammen mit Pater Hönisch die ‘Katholische Pfadfinderschaft
Europas’ gründete, um dem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil anhaltenden Niedergang in der katholischen
Jugendarbeit entgegenzuwirken.
Die 24 am Wettstreit teilnehmenden Gruppen traten in acht Kategorien
an: Sippen/Gilden, Meuten, Runden, Stämme, Instrumentalkreise, Instrumentalsolisten, Singekreise und
Pfadfinderchöre.
Viele Darbietungen bewegten sich auf sehr hohem musikalischem Niveau. Die Musikstücke
wurden zum Teil selber komponiert und getextet.
Inhaltlich reichten die Stücke vom Pfadfinderlied über
Volksmusik, bis hin zu Bach, Haydn, Mozart, Pachelbel und Palestrina. Eine dreiköpfige Jury beurteilte
die vorgetragenen Musikstücke und nahm die Preisverleihung vor.
Immer wieder wurden zwischen den Darbietungen
Lieblingslieder von Pater Hönisch gesungen – so das Lied „Bin ja nur ein armer Zigeuner“, das er im Jahr
1970 selber komponierte.
Nach der Pause wurden den über 500 Zuhörern Photos aus dem Leben des Paters –
von seiner Anfangszeit als Priester bis kurz vor seinem Tod – gezeigt.
Vor der Preisverleihung war ein
Film über ein Sommerlager in Griechenland und in der Sahara zu sehen, den Pater Hönisch selber geschnitten
und besprochen hatte.
Eine Doppel-CD vom sechsten Singe- und Instrumentalwettstreit kann für nur fünf
Euro bei der Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens werden.