Montag, 17. März 2008 15:49
Erneute Kampfhandlungen
Wenige Wochen nach dem Tod des Gründers der Diener Jesu und Mariens ist es in Neu-Ulm zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Von Maria Werther.
Singewettstreit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas in Neu-Ulm
Singewettstreit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas in Neu-Ulm
(kreuz.net) In Neu-Ulm gab es erneut Kampfhandlungen. Am 8. März 2008 traf sich dort die ‘Katholische Pfadfinderschaft Europas’ zu ihrem sechsten Singe- und Instrumentalwettstreit.

Die Veranstaltung fand im Edwin-Scharff-Haus, einem Kultur- und Kongreßzentrum am Donauufer in Neu-Ulm, statt. Die Stadt gehört zur Diözese Augsburg.

Das Singen ist den katholischen Pfadfindern Europas nicht vergangen – auch nicht nach dem völlig überraschenden Tod ihres Gründers, Pater Andreas Hönisch SJM, am 25. Januar.

Die Bundesmeisterin der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’, Edeltraut Wessler, erinnerte in ihrer Eröffnungsansprache an den verstorbenen Geistlichen: Pater Hönisch sei in den Herzen der Teilnehmer anwesend und sehe wahrscheinlich von oben zu.

Der Geistliche war über 32 Jahre Bundeskurat der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’ und Initiator des musikalischen Wettstreites. Darum stand der Anlaß im Zeichen des Gedächtnisses an ihn. Auf der Bühne war ein großes Bild des Verstorbenen aufgestellt.

Durch das über fünf Stunden dauernde Programm führte Günther Walter, der 1976 zusammen mit Pater Hönisch die ‘Katholische Pfadfinderschaft Europas’ gründete, um dem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil anhaltenden Niedergang in der katholischen Jugendarbeit entgegenzuwirken.


Die 24 am Wettstreit teilnehmenden Gruppen traten in acht Kategorien an: Sippen/Gilden, Meuten, Runden, Stämme, Instrumentalkreise, Instrumentalsolisten, Singekreise und Pfadfinderchöre.

Viele Darbietungen bewegten sich auf sehr hohem musikalischem Niveau. Die Musikstücke wurden zum Teil selber komponiert und getextet.

Inhaltlich reichten die Stücke vom Pfadfinderlied über Volksmusik, bis hin zu Bach, Haydn, Mozart, Pachelbel und Palestrina. Eine dreiköpfige Jury beurteilte die vorgetragenen Musikstücke und nahm die Preisverleihung vor.

Immer wieder wurden zwischen den Darbietungen Lieblingslieder von Pater Hönisch gesungen – so das Lied „Bin ja nur ein armer Zigeuner“, das er im Jahr 1970 selber komponierte.

Nach der Pause wurden den über 500 Zuhörern Photos aus dem Leben des Paters – von seiner Anfangszeit als Priester bis kurz vor seinem Tod – gezeigt.

Vor der Preisverleihung war ein Film über ein Sommerlager in Griechenland und in der Sahara zu sehen, den Pater Hönisch selber geschnitten und besprochen hatte.

Eine Doppel-CD vom sechsten Singe- und Instrumentalwettstreit kann für nur fünf Euro bei der Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens werden.
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