Dienstag, 18. März 2008 11:03
Ein Kardinal will das Motu Proprio offenbar ernsthaft umsetzen. Er hat es sogar fest in den Stundenplan der Alumnen seines Priesterseminars eingeplant.


In den USA lernen Seminaristen die Zelebration der Alten Messe.
(kreuz.net, Philadelphia) Die Seminaristen der Erzdiözese Philadelphia sollen in der Zelebration des
Alten Ritus unterrichtet werden.
Das erklärte der dortige Erzbischof, Justin Kardinal Rigali, am 14.
März im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’.
Philadelphia
befindet sich im US-Bundesstaat Pennsylvania – im Nordosten der USA.
Der Kardinal hat in seinem Priesterseminar
einen Vortrag über das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ organisiert. Im laufenden Semester wird im
Priesterseminar eine Alte Messe zelebriert, an der alle teilnehmen.
Ferner sollen die theologischen Fächer
Liturgiewissenschaft und Kirchengeschichte die Alte Messe behandeln. Der Unterricht wird die angebliche
Einheit der beiden Riten, aber auch die Unterschiede aufzeigen – so Kardinal Rigali.
Die liturgische
Ausbildung solle den Seminaristen einen Sinn für Ehrfurcht und Heiligkeit beibringen. Das werde nach
der Priesterweihe auch den Gläubigen zugutekommen.
Kardinal Rigali hofft, daß die Seminaristen die
angebliche Kontinuität zwischen „den älteren und den neueren Formen“ erfahren.
Schließlich basiere
„so viel“ von unserem Glauben auf Kontinuität und Tradition, die den Glauben von einer Generation zur
nächste weiterreichte. Manchmal würden sich die Rituale ändern und entwickeln, aber das Herz bleibe
dasselbe.
Der Kirchenfürst zitiert den
Begleitbrief des Papstes zum Motu Proprio:
„In der Liturgiegeschichte
gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch. Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch
uns heilig und groß. Es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein.“
Im Interview
erklärte der Kardinal auch, daß er
kein großes Verlangen nach der Alten Messe erkennen könne.
In seinem
Bistum gibt es bereits zwei Kirchen, in denen die Sakramente im Alten Ritus zelebriert werden. Dafür
ist der Kardinal dankbar.
Kardinal Rigali wünscht sich auch, die bereits in der Seelsorge aktiven Priester
mit dem Alten Ritus vertraut zu machen.
Sie können und sollen im Priesterseminar ein eigenes
Trainingsprogramm
absolvieren.