Mittwoch, 26. März 2008 15:31
Die Barmherzigkeits-Häresie hat einen Nachteil: Sie macht den Menschen im Heilsgeschehen überflüssig. Die Gläubigen merken das – und bleiben zuhause. Neues aus der Münchner Pfarrei Sankt Maximilian.


Pfarrkirche St. Maximilian in München
(kreuz.net) In der vergangenen Adventszeit installierte die Gemeinde Sankt Maximilian in der Münchner
Deutingerstraße einen
homo-ideologischen Adventskalender.
Jetzt hat der dortige Pfarrer,
Hw. Rainer
Maria Schießler gleich doppelt zugeschlagen.
In der Gründonnerstags- und Karfreitagsausgabe der Münchner
Tageszeitung ‘Münchner Merkur’, deren Heimatausgaben in ganz Oberbayern erscheinen, erhielt der Priester
zuerst die Möglichkeit, seine Version vom Karfreitag zu erzählen.
Auf die Frage, wie er den Menschen
den Tod Jesu erkläre, antwortete er: „Auf jeden Fall nicht mehr so, wie ich es früher getan habe.“
Er sei zwanzig Jahre Pfarrer und stelle an sich selber fest, daß sich die Verkündigung ändere:


Der Hochaltar in der Pfarrkirche St. Maximilian
„In
den ersten Priesterjahren habe ich ganz klassische Karfreitagspredigten gehalten nach dem Motto: Daß
Gott seinen Sohn geopfert hat und sich damit mit der Menschheit versöhnt.“
In den letzten Jahren habe
er „immer intensiver“ darüber nachgedacht: „Welcher Vater würde das tun? Mein Vater hat alles für mich
gemacht, der hätte mich keinerlei Gefahren ausgesetzt. Was für ein Gott ist es, der so brutal ist?“
Dieses Jahr werde er am Karfreitag den Gläubigen erklären, „daß ich von der Verkündigung Jesu ausgehe.
Und zwar von einer seiner eindringlichsten Geschichten: Der vom verlorenen Sohn beziehungsweise vom barmherzigen
Vater.“
Dieser Vater laufe dem verlorenen Sohn entgegen, „will gar keine Entschuldigungen oder Erklärungen
hören“ – erklärt der Geistliche und unterschlägt dabei das Faktum der Rückkehr des Sohnes.
Der Vater
richte den Sohn auf: „Das ist ganz wichtig: Gott richtet auf und vergibt Schuld. So ist Gott! Jesus bringt
mich dazu, zu Gott Vater zu sagen.“
Der Journalist fragt den Priester, was das mit Karfreitag zu tun
habe.
„Das kann nicht derselbe Gott sein, der jetzt seinen Sohn dahinschlachtet“ – karikiert Hw. Schießler
hemmungslos weiter:
„Jesus stirbt am Kreuz, weil er konsequent den Weg der Liebe geht. Er setzt sich
ganz und gar für den Menschen ein – auch über Gesetze hinweg.“
Es ist unklar, welche Gesetze der Priester
meint.
Jesus wende sich gegen ein Gottesbild, „das den Menschen unterdrücke, gegen das Bild eines rachsüchtigen
und blutrünstigen Gottes“ – polemisiert er unqualifiziert.
Das am Karfreitag in der Pfarrei Sankt Maximilian
errichtete Heilige Grab war dieses Jahr ein Pappkarton. Darin lag Jesus.
Die Webseite der Gemeinde verzichtete
darauf, Bilder zu veröffentlichen.
Diese Installation wurde vom ‘Münchner Merkur’ als „außergewöhnlich“
bezeichnet. Die Zeitung zitiert Hw. Schießler, wonach man in der Pfarrei beschlossen habe, „nicht nur
eine schöne Deko aufzubauen“:
„Es hat keinen Sinn den Tod Jesu zu thematisieren und den eigenen Tod
auszublenden.“
Es ist unklar, wie ein Pappkarton auf den eigenen Tod hindeutet.
Rund um den toten Jesus
im Pappkarton waren weitere Kartons aufgeschichtet und mit Photos beklebt, die den „Tod im Alltag“ thematisierten.
Auf den Lichtbildern war zum Beispiel ein überfahrenes Reh oder ein Arzt zu sehen, der gerade im Operationssaal
den Kampf um ein Leben verloren hat.
Andere Darstellungen zeigten drei Spritzen oder eine homo-ideologische
AIDS-Schleife.
„Diese Bilder sollen verdeutlichen: Dieser Tod Jesu ist Dein Tod“ – glaubt Hw. Schießler:
„Wir wollen, daß die Leute zum Nachdenken kommen und nicht nur sagen: Mei, ist das schön arrangiert“ –
so der Geistliche.
© Bilder: Wikipedia-Benützer „Rufus46“, GFDL