Donnerstag, 27. März 2008 17:16
Wie gefährlich es immer noch ist, über die Alte Messe zu sprechen, bewies kürzlich ein Vertreter des Alten Ritus. In einem Interview konzentriert er sich vor allem darauf, andere zu zitieren.


Osternacht im Alten Ritus
(kreuz.net) Am 20. März veröffentlichte die römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’ ein Interview mit
Bischof Fernando Arêas Rifan.
Mons. Rifan ist Apostolischer Administrator der altrituellen Apostolischen
Administration des Heiligen Jean-Maria Vianney von Campos im brasilianischen Bundesstaat Rio der Janeiro.
Die Apostolische Administratur ist einer Diözese gleichgestellt und untersteht direkt dem Heiligen Stuhl.
Auf die Frage nach den Besonderheiten der Alten Messe zitiert Mons. Rifan eine Ansprache des damaligen
Kardinals Joseph Ratzinger vor den chilenischen Bischöfen in Santiago am 13. Juli 1988.
Wörtlich sagte
der Kardinal damals: „Auch wenn es zahlreiche Gründe gibt, die eine große Anzahl Gläubige dazu brachten,
Zuflucht zur traditionellen Liturgie zu finden, so ist der wichtigste, daß sie darin die Würde des Heiligen
finden.“
Mons Rifan hebt auch den Reichtum, die Schönheit, die Erhabenheit, den Adel und Feierlichkeit
der Zeremonien hervor, ferner den Sinn der Alten Messe für das Heilige, deren Ehrfurcht, Geheimnis, die
größere Präzision und Strenge.
Dadurch biete die Alte Liturgie mehr Sicherheit und Schutz gegen Mißbräuche.
Sie gebe Zweideutigkeiten, Freiheiten, Erfindungen, Anpassungen, Reduktionen und Instrumentalisationen
keinen Raum.
Die Alte Messe sei auch – so der Bischof – „für uns der beste liturgische Ausdruck der
eucharistischen Dogmen“.
Mons. Rifan zitiert dann das Motu Proprio von Papst Benedikt XVI.
Darin erkläre
der Papst, daß sich die Alte Messe auch auf den Ritus von Paul VI. auswirken könne, so daß dort die
Heiligkeit der Geschehnisse intensiver als bisher zum Ausdruck komme.
Dann zitiert Mons. Rifan den Erzbischof
von Chicago, Francis Kardinal George, der den Alten Ritus als „kostbare liturgische Quelle“ bezeichnet
hat, die dazu dient, auch alle anderen Riten besser zu verstehen.
Anschließend verweist Mons. Rifan
auf Erzbischof Vincent Nichols von Birmingham in England.
Dieser erklärte im August 2007 bei der Eröffnungsmesse
eines
altrituellen Kongresses in Oxford den anwesenden Priestern, daß sie nach dem Erlernen der Alten
Messe, auch die neue Messe „viel besser“ zelebrieren würden.
Auf die Frage, wie man die gegenwärtige
Vernachlässigung der Liturgie in der Kirche überwinden könne, zitiert Mons. Rifan erneut den damaligen
Kardinal Ratzinger und den kürzlich verstorbenen kanadischen Kurienkardinal Edouard Gagnon, der sagte:
„Man kann nicht abstreiten, daß die liturgische Reform zum Anlaß für viele Mißbräuche geworden ist
und bis zu einem gewissen Grad zu einem Schwund der Ehrfurcht vor dem Heiligen geführt hat.“
Dann getraut
sich Mons. Rifan selber etwas zu sagen: „Hinter diesem Phänomen steht das Fehlen einer ernsthaften Spiritualität
und die Meinung, daß man ständig Neuigkeiten erfinden muß, um das Volk anzuziehen.“
Doch die Heilige
Messe sei aufgrund ihrer Sakralität und ihres Geheimnisses in sich anziehend:
„Im Grunde geht es um
den Rückgang des Glaubens an die eucharistischen Geheimnisse, den man durch Neuigkeiten und Erfindertum
ersetzen will.“
Wenn der Zelebrant zum Hauptdarsteller der liturgischen Handlungen werde, würden die
Mißbräuche beginnen: „Man vergißt, daß das Zentrum der Messe Jesus Christus ist.“
Nach diesem Intermezzo
zitiert Mons. Rifan den Sekretär der Gottesdienstkongregation, Mons. Albert Malcolm Ranjith.
Die Lösung
für das Problem der Mißbräuche findet er schließlich im vatikanischen Dokument ‘Redemptionis Sacramentum’
vom März 2004.
Dieses fordere „alle und jeden“ auf, das Sakrament der Eucharistie vor Mißbräuchen
zu bewahren.
Abschließend zitiert Mons. Rifan noch einmal den Sekretär der Gottesdienstkongregation:
„Es existieren viele Dokumente gegen die Mißbräuche, die leider toter Buchstabe geblieben sind“.