Freitag, 28. März 2008 11:01
Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz ist dem Papst und der Weltkirche erneut in den Rücken gefallen. Stellungnahme des
‘Arbeitskreises von Katholiken im Raum Frankfurt’.


Der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert Zollitsch.
(kreuz.net) In seinem ‘Spiegel’-Interview von Mitte Februar hat Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg
angedeutet, daß Papst und Konzilien die Herren des Zölibatgebots wären und deshalb auch für den geringen
Priesternachwuchs verantwortlich seien.
Nach seinem
jüngsten Gespräch mit der Tageszeitung ‘Die Welt’
sollen jetzt die „Wohlstands- und Konsumgesellschaft“ sowie das „von Sexualisierung geprägte Umfeld“
daran schuld sein, daß immer weniger junge Männer Priester werden.
Auch die rapide Abnahme des Gottesdienstbesuchs
habe „mit gesellschaftlichen Prozessen zu tun“.
Diese müssen immer dann herhalten, wenn man von den
eigenen Fehlern ablenken will.
Der frühere starke Gottesdienstbesuch sei nur der gesellschaftlichen
„Selbstverständlichkeit der Tradition“ geschuldet gewesen. Dagegen sei der Gang zur Kirche heute eine
existentielle „Entscheidung des Einzelnen“ – doziert der Erzbischof weiter im ‘Welt’-Gespräch.
Er unterschlägt
die Tatsache, daß mehr als die Hälfte der treuen Meßbesucher ältere und alte Katholiken sind, die
noch von der vorkonziliaren Überzeugung geprägt sind, am Sonntag regelmäßig an der Heiligen Messe
teilzunehmen.
Im weiteren zeigt sich der Erzbischof optimistisch: Insgesamt sehe es in der deutschen
katholischen Kirche gut aus, wenn man nur die „missionarische Chance“ für einen „ansprechenden und einladenden
Gottesdienst“ nutze sowie die Strukturen, „über die wir erfreulicherweise verfügen“, mit Leben erfülle.
Daraus kann man einen Gleichklang mit den Strategien der protestantischen Gemeinschaften hören. Dieser
Gleichklang ist offenbar auch der Grund für das gleichmachende Kirchenverständnis des Erzbischofs.
Im ‘Spiegel’-Gespräch hatte er das wachsende Bewußtsein für die Unterschiede zwischen Protestanten
und Katholiken bedauert und das angebliche – wenn auch etwas andere – Kirchesein der protestantischen
Gemeinden betont.
Ausdrücklich klagte er den Papst an, daß die römische
Klarstellung vom Juli 2007
über den Charakter der katholischen Kirche den Protestanten unnötige Verletzungen zufüge – obwohl dieser
Text in Übereinstimmung mit dem Zweiten Vatikanum steht.
Nach dem relativistischen Kirchenverständnis
von Erzbischof Zollitsch, das er in dem ‘Welt’-Interview wiederholt, gibt es offensichtlich mehrere legitime
Formen von Kirche, die sich nur in theologischen Sinndeutungen unterscheiden.
Der in einem anderen Sinne
Bischof der etwas anderen lutherischen Kirche von Bayern, Herr Johannes Friedrich, zeigte sich hocherfreut
über diese ökumenische Gleichmacherei:
Die protestantische Kirche respektiere die katholische Kirche
als eine weitere „Realisierung der Kirche Jesu Christ in dieser Welt“.
Der Vorsitzende der Deutschen
Bischofkonferenz wirft die Substanz der katholischen Kirchenlehre über Bord, um sich den Protestanten
mit einer relativistischen Ekklesiologie anzubiedern.