Paul VI. weinte bei der Einführung der Neuen Messe
Antikatholische Bischöfe und Kirchenfunktionäre der 60er Jahre betrieben mit Erfolg eine gezielte Protestantisierung der Kirche. Heute ist der Glaube fast völlig verdunstet. Das Mittel dorthin: die Zerstörung der Messe.
Alte Messe in der Osternacht
(kreuz.net, Salzburg) Die erste Ausgabe des Meßbuchs für die Neue Liturgie war „lupenrein protestantisch“.
Das erklärte der emeritierte Salzburger Rechtsprofessor Wolfgang Waldstein (79) in einem Interview mit
der Video-Webseite ‘gloria.tv’.
Waldstein war der Gründungsdekan der juristischen Fakultät Salzburg
und bekleidete im Jahr 1968 das Amt des Rektors der Salzburger Universität.
Verunglückte Einführung
der Neuen Messe Waldstein berichtet in dem Gespräch von der Einführung der Neuen Messe im Jahr 1969.
Er bezieht sich dabei auf einen Bericht des österreichischen Kurienkardinals Alfons Maria Stickler († 2007).
In der Einführung zur ersten Ausgabe des Römischen Meßbuchs von 1969 sei nicht die Messe, sondern
die Versammlung des Volkes als heilig bezeichnet worden.
Die Kurienkardinäle Alfredo Ottavini († 1979)
und Antonio Bacci († 1971) wiesen Papst Paul VI. († 1978) darauf hin, daß diese Definition in der Einführung
des Missale protestantisch sei.
Darauf sei der Papst in Tränen ausgebrochen – erzählt Waldstein mit
Verweis auf Kardinal Stickler, der diesen Sachverhalt direkt von den beiden involvierten Kardinälen erfuhr.
Der Papst ordnete an, die erste Auflage des Meßbuchs – die bereits im Verkauf erhältlich war – zurückzuziehen,
einzustampfen und eine korrigierte Fassung zu veröffentlichen. Diese erschien im Jahr 1970.
Professor
Waldstein weist aber darauf hin, daß die Korrektur von 1970 in der Liturgiewissenschaft faktisch nicht
angenommen wurde.
Infolge sei der gesamte Klerus im Geiste der protestantischen Fassung von 1969 ausgebildet
worden – so Waldstein.
Er vermutet, daß heute der Großteil der Priester nicht mehr an die Realpräsenz
Christi im Altarssakrament glaubt.
Dasselbe gelte für die Gläubigen. Waldstein zitiert eine Statistik,
die am Katholikentag 2003 in Berlin publiziert wurde.
Damals sahen 88 Prozent der – für Waldstein „ehemaligen“ –
deutschen Katholiken keinen Unterschied mehr zwischen dem protestantischen Abendmahl und der katholischen
Messe.
Gewordenes und gemachtes Meßbuch Die Neue Messe hält Waldstein keineswegs für eine Frucht des
Zweiten Vatikanums: „Davon kann keine Rede sein.“
Als Beleg zitiert er unter anderem einen Brief, den
ihm der ehemalige Regensburger Theologieprofessor Joseph Ratzinger im Jahr 1976 schrieb: Der spätere
Papst ortete das Problem der Neuen Messe in einem Bruch mit der Geschichte.
Man habe mit dem neuen Missale
ein „durchaus neues Buch, wenn auch aus altem Material, geschaffen“.
Gleichzeitig sei das Bisherige in
einem der Rechts- und Liturgiegeschichte durchaus fremden Akt verboten worden.
Im Interview erklärte
Professor Waldstein auch, nicht grundsätzlich gegen die Neue Messe zu sein, sofern sie korrekt zelebriert
werde.
Das sei aber häufig nicht der Fall. Als Beispiel nennt er sogenannte Faschingsmessen und erwähnt
einen Priester, der am Altar stehend mit Schweinsmaske zelebrierte: