Mittwoch, 2. April 2008 08:13
Wer wird nein sagen? + Dreimal nein + Integrismus statt Mission + Aus der Schußlinie + Ausdrücklich verboten


Im Gedenken an Johannes Paul II. gibt es Bilder, Statuen, Kerzen und andere Andachtsgegenstände von ihm.
Wer wird nein sagen?„Ich bin sehr dagegen, daß man die Seligsprechung von Johannes Paul II. durchpeitscht.
Mir wurde als Student gesagt, eine wissenschaftliche Biografie wäre erst nach 40, 50 Jahren zu schreiben.
Hier will man nun schnell ein Urteil über einen Papst, der 27 Jahre regiert hat. Das macht mich persönlich
skeptisch. Aber wer wird nein sagen in diesen Dingen – das erfordert heute für einen Richter viel Mut.
Denn es gibt eine übereifrige Begeisterung, und da muß man sehr vorsichtig sein.“
Pater Peter Gumpel
SJ (84), der seit fast fünfzig Jahren in der Heiligsprechungskongregation tätig ist, vor der Zeitung
‘Welt online’ über den Seligsprechungsprozeß für den heute vor drei Jahren verstorbenen Papst Johannes
Paul II.Dreimal neinÖsterreich. Europa hat in seiner Geschichte dreimal nein zur eigenen Zukunft
gesagt. Das erklärte Christoph Kardinal Schönborn von Wien im Interview mit der italienischen Tageszeitung
‘Avvenire’, Die drei „Neins“ betreffen – so der Kardinal – die Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. im
Jahr 1968, die Einführung der Kinderabtreibung und die staatliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten.
Was der Kardinal verschwieg: Auch die österreichische Bischofskonferenz sprach ein
Nein gegen ‘Humanae
Vitae’ und weigert sich bis heute, dieses Nein zu revidieren.
Integrismus statt MissionDeutschland.
Die antikirchlichen Vorwürfe wegen der Karfreitagsfürbitte im Alten Ritus sind „schlechthin unbegründet“.
Das erklärte Karl Kardinal Lehmann von Mainz in einem Beitrag für seine Bistumszeitung. Der Kardinal
kann in dem Text „beim besten Willen“ keinen Aufruf „auch nur zu einer indirekten Judenmission“ entdecken.
Von der
Wertschätzung des Judentums werde „kein Jota“ zurückgenommen. Der Kirchenfürst hätte es bevorzugt,
die Novus-Ordo-Fürbitte in der Alten Liturgie einzuführen.
Aus der SchußlinieÖsterreich. Ein im
Burgenland tätiger 48jähriger Priester aus Nigeria soll am 14. März eine 13jährige Schülerin während
der Beichte sexuell belästigt haben. Das berichteten österreichische Medien. Das Mädchen behauptet,
an Kopf, Armen, Händen, Bauch und Brust berührt worden zu sein. Der Bischof von Eisenstadt, Mons. Paul
Iby, hat gestern, Dienstag, ein Gespräch mit dem Beschuldigten geführt und ihn wegen „angeblich“ unentschuldbaren
Vorgehens suspendiert. Man wolle den Priester aus der Schußlinie ziehen – erklärte das Ordinariat.
Ausdrücklich verbotenSchweiz. Der
abgefallene Jesuitenpater Lukas Niederberger bleibt seinen ehemaligen
Mitbrüdern freundschaftlich verbunden. Das erklärte er im Interview mit dem Schweizer Regionalblatt’
Neue Zuger Zeitung’. Er gehöre noch rechtlich zum Orden, weil der Papst ihn von seinen feierlichen Gelübden
dispensieren müsse. Das könne Jahre dauern – so Niederberger. Derzeit werde er keine Handlungen vollziehen,
die dem Priestertum vorbehalten sind. Aber er könne trotzdem „im Sinne der Kirche“ wirken, etwa durch
Kinder- und Paarsegnungen oder Beerdigungen. Die von Niederberger genannten Handlungen sind suspendierten
und laisierten Priester ausdrücklich verboten.
© Titelbild: Bruce MacRae, CC